Überraschender NRW-Vorstoß Alle Grundschüler im Mai in den Unterricht

Nordrhein-Westfalen prescht vor: Ab 11. Mai sollen alle Grundschulkinder wieder regelmäßig in den Unterricht gehen. Jeden Tag soll ein anderer Jahrgang zur Schule kommen.
Grundschülerinnen in Nordrhein-Westfalen (vor der Corona-Epidemie)

Grundschülerinnen in Nordrhein-Westfalen (vor der Corona-Epidemie)

Foto: Caroline Seidel/ dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder hatten ihre Sitzung zum weiteren Vorgehen in der Coronakrise am Donnerstag noch nicht beendet, da preschte - wieder einmal - Nordrhein-Westfalen vor: Das Land werde Mitte Mai sämtliche Jahrgänge der Grundschulen wieder in die Klassenzimmer zurückholen, kündigte das Düsseldorfer Schulministerium an.

In der neuesten, am Donnerstag verschickten Schulmail  von Staatssekretär Mathias Richter an die Grundschulleitungen des Landes heißt es: "Ab dem 11. Mai 2020 sollen in einem tageweise rollierenden System die Kinder aller Jahrgangsstufen wieder in ihre Schulen gehen können."

Eine frühere Information sei nicht möglich gewesen, so Richter, da auch das Ministerium erst seit dieser Woche wisse, "dass sich aus dem für den 30. April 2020 angesetzten Treffen der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder keine neuen und weitergehenden Beschlüsse zu den Schulen ergeben sollen". Solche Entscheidungen seien erst am 6. Mai zu erwarten.

Das NRW-Schulministerium macht für die angekündigte Öffnung der Schulen verschiedene Vorgaben:

  • Am 7. und 8. Mai findet Unterricht zunächst nur für die vierten Klassen statt.

  • Ab 11. Mai sind dann alle Schüler abwechselnd dran. Geplant ist demnach, dass an jedem Werktag ein Jahrgang in die Schule komme. Dafür soll es einen festen Plan bis zu den Sommerferien geben. Wegen Feiertagen und Ferien sei aber nicht zu gewährleisten, dass bestimmte Klassen immer an bestimmten Tagen in der Schule sein werden.

  • Parallel dazu wird die Notbetreuung für alle Jahrgänge fortgesetzt. Dabei sind die Abstandsvorschriften von mindestens 1,50 Meter weiterhin einzuhalten und zu beaufsichtigen.

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Grundsätzlich, schreibt Richter, seien Ganztagsangebote "ein wichtiger Bestandteil bei der Schulöffnung". Für Kinder, die einen entsprechenden Betreuungsvertrag haben, müsse das Ganztagsangebot an den Präsenztagen daher auch gewährleistet werden.

Aus Gründen des Infektionsschutzes müssen die Klassen jedoch in aller Regel halbiert werden. Da auch viele Lehrkräfte als Angehörige von Risikogruppen nicht in der Schule eingesetzt werden könnten, sei die Rückkehr zu einem normalen Unterricht "in diesem Schuljahr nahezu auszuschließen", heißt es in der Mail weiter. Die logische Folge sei eine Mischung aus Präsenzunterricht und Lernen auf Distanz.

Gleichzeitig stellt Mathias Richter fest: "Ein Schichtbetrieb, bei dem an einem Tag unterschiedliche Schülergruppen verschiedener Jahrgänge zu unterschiedlichen Tageszeiten in die Schule kommen, ist ausgeschlossen." Jetzt sei es an den Schulen, diese Mindestvorgaben auf die jeweilige individuelle Situation anzupassen.

him
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