Nach den Osterferien Inzidenzwert egal – Sachsen öffnet Schulen

Mehr Tests und eine verschärfte Maskenpflicht: So will Sachsen nach den Osterferien Schulen und Kitas öffnen. Der Inzidenzwert spielt dann keine Rolle mehr. Andere Bundesländer sind da vorsichtiger.
Leere Klassenzimmer, weil der Inzidenzwert zu hoch ist: Das soll es künftig in Sachsen nicht mehr geben (Symbolbild)

Leere Klassenzimmer, weil der Inzidenzwert zu hoch ist: Das soll es künftig in Sachsen nicht mehr geben (Symbolbild)

Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/ dpa

Sachsen will Schulen und Kitas nach Ostern unabhängig vom Inzidenzwert öffnen. Im Gegenzug werden die Tests und die Maskenpflicht verschärft, wie Kultusminister Christian Piwarz (CDU) in Dresden sagte. Geregelt wird dies in der neuen Corona-Schutzverordnung, die bis zum 18. April gilt.

»Trotz steigender Infektionszahlen wollen wir den Kindern und Jugendlichen den Kita- und Schulbesuch ermöglichen«, erklärte Piwarz. »Wir haben erlebt, was das mit den Kindern macht, wenn sie nicht die Schulen besuchen dürfen.«

In Sachsen waren zuletzt in mehreren Landkreisen mit hohen Inzidenzwerten Schulen und Kitas geschlossen worden. Bislang war dies vorgeschrieben, wenn der Sieben-Tage-Inzidenzwert von 100 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb eines Landkreises oder einer kreisfreien Stadt an fünf Werktagen überschritten wurde.

Künftig ist das in Sachsen kein Maßstab mehr. Allerdings müssen sich nach Ostern dann alle Schüler zweimal wöchentlich testen lassen, bisher war nur ein Test verpflichtend. Auch Grundschüler werden nun getestet. Bei den Lehrkräften bleibt es bei zwei Tests pro Woche. Wer sich in Sachsen nicht testen lässt, darf auch nicht die Schule betreten.

Maskenpflicht ab der fünften Klasse

Zudem sollten alle Schüler ab der fünften Klasse auch im Unterricht eine medizinische Gesichtsmaske oder FFP2-Maske tragen. Die Schulbesuchspflicht wird für alle aufgehoben. Die Eltern und Schüler sollen entscheiden, ob die Kinder zum Präsenzunterricht in die Schule gehen oder zu Hause lernen. Auch Kita-Personal soll zweimal wöchentlich getestet werden.

Auf zwei Tests die Woche für alle Schülerinnen und Schüler pochen auch die Lehrerverbände. »Das Minimum muss sein, dass jeder Schüler zweimal die Woche getestet wird. Das muss die Politik jetzt in den Osterferien vorbereiten«, sagte der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. »Noch besser wären tägliche Tests.«

Unterstützung bekommt er vom Vorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung, Udo Beckmann, und vom Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz, Dario Schramm. »Bei den Tests herrscht absolutes Chaos«, urteilte dieser. »An einem Teil der Schulen funktioniert es reibungslos, an anderen passiert praktisch gar nichts«, sagte er den Zeitungen. »Die Politik ist in der Verantwortung, dass verlässlich regelmäßig in den Schulen getestet wird – überall. Da darf es keine Ausreden mehr geben.«

Auch eine einheitliche Strategie für die Öffnung der Schulen gibt es bislang nicht. Während sich Sachsen von der Inzidenz löst, legte Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann seine Pläne für eine Rückkehr aller Kinder und Jugendlichen an die Schulen am Montag zunächst auf Eis. Eigentlich sollte es nach den Osterferien so weit sein.

Bei einem Spitzengespräch mit Schüler-, Eltern- und Lehrerverbänden wollte er noch keine verbindliche Aussage darüber treffen, wann es mit dem geplanten Wechselunterricht für alle losgehen kann. »Da müssen wir ein Stück weit auf Sicht fahren«, sagte eine Regierungssprecherin in Stuttgart.

kfr/AFP/dpa
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