Kultusminister für Präsenzunterricht »Die Schulen müssen offen bleiben«

Möglichst viel Präsenzunterricht, möglichst wenig Quarantäne: Die Kultusministerinnen und -minister wollen, dass Schulen wegen Corona nicht erneut schließen müssen – trotz Wegfalls der Maskenpflicht in einigen Ländern.
Unterricht in Bayern (Archiv)

Unterricht in Bayern (Archiv)

Foto: Matthias Balk / dpa

Geht es nach den Kultusministerinnen und Kultusministern der Länder, sollen die Schulen in Zukunft nicht wieder wegen Corona geschlossen werden müssen. Es sei »unerlässlich, die Schulen offen zu halten und den Präsenzunterricht dauerhaft zu sichern«, heißt es in einem Beschluss,  den die Ministerinnen und Minister am Freitag nach Beratungen in Potsdam fassten.

Die Kultusministerkonferenz (KMK) dringt zudem darauf, dass sich Erwachsene und Schülerinnen und Schülern ab zwölf Jahren impfen lassen. »Eine Impfung gegen Corona ist keine Voraussetzung für den Schulbesuch und die Teilnahme am Unterricht, aber sie sorgt für einen längerfristig sicheren Schulbetrieb in Präsenzform.« Deshalb sollten die Impfangebote vor dem Winter wahrgenommen werden.

Die KMK sprach sich zudem dafür aus, dass die Gesundheitsämter bei der Quarantänepolitik möglichst zurückhaltend sein sollen. Auch wenn die Maskenpflicht weitgehend abgeschafft wird, sollen nur die tatsächlich infizierten Personen beziehungsweise deren enge Kontakte in Quarantäne geschickt werden.

KMK-Präsidentin Britta Ernst sagte: »Die Schulen müssen weiterhin offen bleiben, um beste Bildungschancen für alle Kinder und Jugendlichen zu ermöglichen. Zudem ist es wichtig, dass möglichst viele Erwachsene sich solidarisch zeigen und sich impfen lassen. Nur so können die Schülerinnen und Schüler weiterhin einen normalen Schulalltag haben.«

Im aktuellen Schuljahr sei es gelungen, trotz Pandemie und Delta-Variante durchweg in allen Ländern vollständigen und kontinuierlichen Präsenzunterricht sicherzustellen. Das Recht der Kinder und Jugendlichen auf Bildung, Freizeitgestaltung und Zusammenkünfte sei weitestgehend ohne Einschränkungen gesichert.

Allerdings mussten die ersten Schulen bereits wieder schließen, weil es Corona-Ausbrüche dort gab. So fällt der Unterricht zurzeit etwa an einem Gymnasium in Görlitz  sowie an einem Gymnasium in Löbau  komplett aus, wie die »Sächsische Zeitung« berichtet. Das RKI teilte zudem in seinem Wochenbericht mit, dass es seit August wieder vermehrt Corona-Ausbrüche an Kitas und vor allem an Schulen gegeben hat. Die Corona-Ausbrüche an Schulen häufen sich demnach früher als im Vorjahr.

Ob, wann und wo an Schulen weiter Masken getragen werden müssen, regeln die Länder grundsätzlich selbst. Zuletzt hatten einige Bundesländer die Maskenpflicht ganz oder teilweise aufgehoben. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und der Deutsche Lehrerverband lehnen die Lockerungen bei der Maskenpflicht an Schulen ab.

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Mehrheit für Abschaffung der Maskenpflicht im Unterricht

Die Mehrheit der Deutschen (57 Prozent) hat sich allerdings für die Abschaffung der Maskenpflicht im Unterricht ausgesprochen, wie der ARD-Deutschlandtrend ergab.  Für die Beibehaltung sind aktuell nur vier von zehn Deutschen (37 Prozent) sowie 27 Prozent der Eltern schulpflichtiger Kinder.

Die Länder entscheiden zudem darüber, wann und wie oft sich die Schülerinnen und Schüler testen lassen müssen. Entsprechend offen formuliert wird im Beschluss der Minister: »Um die gewonnene Sicherheit für den Schulbetrieb zu erhalten, können die regelmäßigen Testungen für Schülerinnen und Schüler bis auf Weiteres fortgeführt werden.« Sie appellieren gleichzeitig an Erwachsene, sich impfen zu lassen, und empfehlen das auch Schülern ab zwölf Jahren.

kha/dpa
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