»Käme einer Durchseuchung gleich« Lehrerverbände gegen Aufhebung der Corona-Isolationspflicht

Der Schulbetrieb wäre durch ein Ende der Isolationspflicht gefährdet, sagen Bildungsgewerkschaften und Lehrerverband. Sie fürchten, dass sich das Virus dann noch schneller ausbreitet.
Blick von außen in eine Berliner Schulklasse (Juni 2021): Müssen Infizierte weiter draußen bleiben?

Blick von außen in eine Berliner Schulklasse (Juni 2021): Müssen Infizierte weiter draußen bleiben?

Foto: Christoph Soeder / dpa

Mehrere Lehrerverbände haben sich gegen ein Ende der Corona-Isolationspflicht ausgesprochen. »Die Selbstisolation jetzt aufzugeben, käme bei den aktuellen Infektionszahlen einer Durchseuchung gleich«, sagte der Vizevorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Andreas Keller, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Gerade in Lehrerzimmern bestehe die Gefahr vieler Ansteckungen. Das könne zu Schulschließungen führen, warnte er. »Das kann nicht das Ziel sein.«

Auch der Bundesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann, sagte dem RND: »Wenn alle Quarantäne- und Schutzmaßnahmen aufgegeben werden und sich Infektionen ungehindert ausbreiten können, besteht die Gefahr, dass sich der bestehende Lehrkräftemangel so verschärft, dass das Kartenhaus Schule endgültig zusammenbricht.« Die ohnehin angespannte Personalsituation an Schulen habe sich durch die Coronapandemie »unerträglich zugespitzt«.

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, mahnte, im Fall einer Aufhebung von Quarantäne- und Isolationsvorgaben wäre in Kombination mit anderen Faktoren im Herbst eine so große Infektionswelle an Schulen zu befürchten, »dass der Schulbetrieb ernsthaft gefährdet sein könnte«.

Am Wochenende hatte sich der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, dafür ausgesprochen, alle Corona-Isolations- und Quarantänepflichten aufzuheben, um Personalnot zu lindern. Dies hatte eine hitzige Diskussion angestoßen. Widerspruch kam unter anderem von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), der einen solchen Ansatz als gefährlich kritisierte.

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Derzeit gilt für die allgemeine Bevölkerung, dass die vorgeschriebene Isolation für Coronainfizierte nach fünf Tagen enden kann – mit einem »dringend empfohlenen« negativen Test zum Abschluss.

sun/dpa
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