Coronalücken Lehrkräfte zeigen kaum Interesse an bezahlter Mehrarbeit

Bezahlte Überstunden, um pandemiebedingte Wissenslücken zu schließen? Für die meisten Lehrkräfte ist das offenbar uninteressant, wie Zahlen aus Thüringen nahelegen. Der Minister vermutet: Die Belastungsgrenze ist längst erreicht.
Schülerinnen und Schüler in Thüringen (Archivbild)

Schülerinnen und Schüler in Thüringen (Archivbild)

Foto: Martin Schutt / dpa

Bezahlte Überstunden – nein danke: Das Interesse von Lehrerinnen und Lehrern in Thüringen, Mehrarbeit zu leisten und damit Wissenslücken der Kinder nach der Pandemie auszugleichen, ist ausgesprochen gering. Im laufenden Schuljahr meldeten sich nur 7,3 Prozent der Lehrkräfte auf ein entsprechendes Angebot des Landes, berichtet unter anderem der MDR .

Wegen der monatelangen coronabedingten Einschränkungen beim Schulunterricht hatte die Bundesregierung im Frühjahr 2021 ein zwei Milliarden Euro schweres Aufholprogramm beschlossen. Die eine Hälfte davon soll in außerschulische Projekte, die andere Hälfte in Lernangebote in den Schulen fließen. Zuständig für die Umsetzung sind die Bundesländer.

Thüringen hatte daraufhin das »Landesaktionsprogramm Stärken – Unterstützen – Abholen für Kinder und Jugendliche nach Corona« aufgesetzt. Dafür sollten im laufenden Jahr 10,6 Millionen Euro an Bundesmitteln eingesetzt werden, heißt es in dem Bericht. Drei Millionen Euro sind nunmehr nach Angaben des Thüringer Bildungsministeriums im laufenden Schuljahr für zusätzliche Honorare an Lehrerinnen und Lehrer eingeplant.

Bildungsminister Helmut Holter (Linke) zeigte demnach Verständnis für das geringe Interesse der Lehrkräfte an bezahlter Mehrarbeit. Holter sagte, er wisse von den hohen Anforderungen, die die Krise ans pädagogische Personal stelle: »Sie sind einfach über der Grenze der Belastbarkeit.« Bereits jetzt würden viele Lehrerinnen und Lehrer unbezahlte »Überstunden schrubben«, um den Schulbetrieb trotz der Coronakrise aufrechtzuerhalten.

him
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