Coronaregeln im Unterricht Mehrheit gegen Maskenpflicht in der Schule – Lehrer sind aber dafür

Die Maskenpflicht in Schulen sorgt erneut für Diskussionen. Erste Bundesländer schaffen jetzt Fakten.
Maskenpflicht im Unterricht? Kommt ganz darauf an, wo die Schule steht (Archivbild aus München)

Maskenpflicht im Unterricht? Kommt ganz darauf an, wo die Schule steht (Archivbild aus München)

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Matthias Balk / dpa

Eine Mehrheit der Bevölkerung will die Maskenpflicht im Schulunterricht beenden. 59 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sprachen sich in einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov »eher« oder »voll und ganz« dafür aus, den Unterricht wieder ohne Mund-Nasen-Schutz durchzuführen. 31 Prozent lehnen dies ab, zehn Prozent machten keine Angaben. Frauen befürworten eine Aufhebung mit 62 Prozent etwas stärker als Männer mit 56 Prozent.

Einzelne Bundesländer haben bereits entschieden, die Maskenpflicht im Unterricht aufzuheben. So schreibt Mecklenburg-Vorpommern den Kindern und Jugendlichen nicht mehr vor, im Klassenraum einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Auf Fluren sowie im Lehrerzimmer sind die Masken aber weiterhin Pflicht. In Sachsen müssen Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte keinen Mund-Nasen-Schutz im Schulgebäude tragen, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz stabil unter 35 liegt.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) warnte angesichts der Lockerungsdebatten davor, die Maskenpflicht in den Schulen zu früh abzuschaffen. »Viele Klassenräume lassen sich nicht richtig lüften. Zudem gibt es bei der Bereitstellung und Einrichtung von Lüftungsanlagen noch erheblichen Nachholbedarf«, sagte GEW-Chefin Maike Finnern dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Außerdem seien viele Lehrkräfte noch nicht vollständig geimpft.

»Die Länder müssen die Sommermonate nutzen und in Sachen Hygieneschutz für Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern nacharbeiten«, forderte die Gewerkschaftschefin und mahnte: »Corona ist nicht vorbei.« Jetzt bereits die vollständige Aufhebung der Maskenpflicht an Schulen anzuregen, komme zur Unzeit und setze ein falsches Zeichen.

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Auch der Deutsche Lehrerverband hatte sich gegen schnelle Lockerungen ausgesprochen. Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger forderte zu »größtmöglicher Vorsicht« während des Unterrichts auf. »Das Virus ist ja noch nicht von der Bildfläche verschwunden.«

him/dpa/AFP
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