Coronapandemie Große Mehrheit für sofortige Rückkehr zum Präsenzunterricht

Die Mehrheit der Menschen hat keine Lust mehr auf Homeschooling – oder sieht keinen Sinn mehr darin, wie eine Studie zeigt. Zwischen den Bundesländern gibt es aber Unterschiede.
Schluss mit dem Lernen zu Hause: Mehrheit ist für Präsenzunterricht (Symbolbild)

Schluss mit dem Lernen zu Hause: Mehrheit ist für Präsenzunterricht (Symbolbild)

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ANDREW COULDRIDGE / REUTERS

Sollen Schülerinnen und Schüler noch im Wechsel- oder Distanzunterricht lernen oder wieder im Klassenzimmer? Knapp zwei Drittel sind laut einer Umfrage des Meinungsforschungsunternehmens Civey eher für oder auf jeden Fall für eine sofortige Rückkehr der Schulen zum Präsenzunterricht, unter der Bedingung, dass Test- und Hygienekonzepte eingehalten werden. Knapp ein Viertel ist auf jeden Fall oder eher dagegen. Jede und jeder Zehnte ist in dieser Frage unentschieden.

Für die repräsentative Umfrage befragten die Meinungsforscher vom 18. bis zum 20. Mai 2021 mehr als 5000 Menschen. Die Ergebnisse fielen in den Bundesländern recht verschieden aus, es gibt eine größere Spanne: So waren in Mecklenburg-Vorpommern fast vier Fünftel der Befragten für sofortigen Präsenzunterricht, in Brandenburg und Sachsen knapp Dreiviertel, in Bremen und im Saarland hingegen nur etwas mehr als die Hälfte. In Ostdeutschland war die Zustimmung im Schnitt zudem mehr als zehn Prozentpunkte höher als in Westdeutschland.

Die FDP-Bundestagsfraktion hatte die Studie in Auftrag gegeben und zu dem Thema selbst eine starke Meinung. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Katja Suding sagte, jede Verzögerung einer Rückkehr zum Präsenzunterricht sei ein Bruch des Versprechens, die Schulen bei sinkenden Fallzahlen als Erstes wieder zu öffnen. »Luftfilter, Schnelltests, Impfungen für Lehrkräfte ermöglichen sicheren Präsenzunterricht «, sagte Suding. »Es gibt längst keinen Grund mehr, Kindern ihr Recht auf Bildung auch nur einen Tag länger zu verwehren.«

In den Bundesländern gelten unterschiedliche Regelungen. So sollen in Nordrhein-Westfalen alle zweieinhalb Millionen Schüler ab dem 31. Mai wieder Präsenzunterricht erhalten – bei einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Die Landeselternkonferenz kritisierte dort, die Empfehlung des Robert Koch-Instituts (RKI), erst bei einer Inzidenz von weniger als 50 zu öffnen, werde ignoriert.

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In Niedersachsen wechseln Schulen und Kindergärten vom 31. Mai an in den Präsenz- und Regelbetrieb, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz in den jeweiligen Kreisen und Großstädten stabil unter 50 liegt. Baden-Württembergs Kultusministerin Theresa Schopper hatte in einem Interview gesagt, sie hoffe auf »ein bisschen Normalität« an den Schulen nach den Pfingstferien. Die Brandenburger Landesregierung wollte an diesem Dienstag über die Wiederaufnahme des vollen Präsenzunterrichts an Grundschulen beraten.

Laut dem jüngsten Tagesbericht des RKI sank in den vergangenen Wochen der Sieben-Tage-Wert der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in allen Altersgruppen.

fok/dpa
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