Nach massivem Stundenausfall Schülervertreter fordern Unterricht in den Sommerferien

Schülerinnen und Schüler müssen ihre Lernrückstände in Sommerschulen abbauen können, fordert der Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz Dario Schramm. Die Teilnahme an den zusätzlichen Lernangeboten soll aber freiwillig sein.
Schüler in Niedersachsen: »Win-win-Situation«

Schüler in Niedersachsen: »Win-win-Situation«

Foto: Moritz Frankenberg / dpa

Pensionierte Lehrerinnen und Lehrer oder Lehramtstudierende könnten den Job übernehmen: Wegen der Coronapandemie fiel massenhaft Unterricht aus. Nun fordern Schülervertreter, den Unterrichtsausfall auszugleichen. Es müsse Lernangebote für Kinder und Jugendliche in den Sommerferien geben.

»Dieses Corona-Schuljahr ist so ungewöhnlich, dass jede Schülerin und jeder Schüler die Chance haben muss, in einer Sommerschule Lerndefizite aufzuarbeiten«, sagte Dario Schramm, Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Dazu solle aber niemand gezwungen werden.

Vor allem die Studierenden hätten wegen der Pandemie auf praktische Erfahrungen verzichten müssen. »Wenn sie dies nun auch mithilfe von Sommerschulen nachholen können, wäre das eine Win-win-Situation für die Studenten wie für die Schüler.«

Mit Blick auf das kommende Schuljahr sollten ärmere Schulkinder außerdem Nachhilfe bezahlt bekommen, sagte Schramm. »Sonst wächst diese Bildungsungerechtigkeit in diesem Land immer weiter.« Einige Kinder könnten sich zusätzliche Nachhilfe nicht leisten. In Deutschland ist aktuell etwa jedes fünfte Kind von Armut bedroht, wie eine Auswertung der Bertelsmann Stiftung aus dem vergangenen Jahr ergeben hatte.

Auch der Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes, Heinz Hilgers, hatte bereits Unterricht an Samstagen und in den Ferien gefordert. Vor allem Kinder in sozial benachteiligten Familien oder in Förderschulen würden in der Krise vergessen. »Es ist ein riesiger Unterschied, ob Kinder während des Lockdowns mit drei Geschwistern auf 60 Quadratmetern im fünften Stock eines Plattenbaus aufwachsen oder in einem Einfamilienhaus mit Garten.« Wenn die technische Ausstattung mangelhaft sei, seien sie vollkommen abgehängt. Benachteiligte Kinder sollten daher in Zukunft samstags und in den Ferien unterrichtet werden.

kha/dpa/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.