Übersicht nach Bundesländern Für wen Schulen und Kitas wieder öffnen

Während in Bayern der Notbetrieb in den Kitas noch Standard ist, sollen in Thüringen schon bald alle Kinder wieder betreut werden. Auch an den Schulen gibt es Unterschiede. Der Überblick.
Eingeschränkter Unterricht in Sachsen: Ab Montag gibt es für Grundschüler in Sachsen wieder Unterricht im gewohnten Klassenverband

Eingeschränkter Unterricht in Sachsen: Ab Montag gibt es für Grundschüler in Sachsen wieder Unterricht im gewohnten Klassenverband

Foto: Sebastian Kahnert/ dpa

Schulen und Kitas öffnen schrittweise wieder. In den meisten Bundesländern gehen die Abschlussklassen und der letzte Grundschuljahrgang bereits tageweise wieder in den Unterricht, jetzt kommen vielerorts weitere Klassenstufen hinzu.

Auch die Kitas verabschieden sich zunehmend vom Notbetrieb und öffnen die Betreuung eingeschränkt wieder für mehr Kinder. Für die Bundesregierung ist dies sogar ein Argument, die Lohnfortzahlung für Eltern, die wegen der Betreuung ihrer Kinder in der Coronakrise nicht zur Arbeit gehen können, nicht zu verlängern. Sie war auf sechs Wochen begrenzt und läuft damit nun aus.

Sozialminister Hubertus Heil kündigte am Freitag jedoch an, sich für eine Anschlussregelung einzusetzen. Denn auch diese Übersicht zeigt: Das Betreuungsangebot ist vielerorts nach wie vor stark eingeschränkt.

Die Angaben entsprechen dem Stand am 15. Mai, die detaillierten Vorgaben sind wenn möglich verlinkt.

BADEN-WÜRTTEMBERG:

Bisher haben nur die Schülerinnen und Schüler Präsenzunterricht, die in diesem oder im kommenden Jahr ihren Abschluss machen. Ab dem 18. Mai kommen die Viertklässler dazu. Nach den Pfingstferien - am 15. Juni - sollen dann alle Klassenstufen zumindest tageweise unterrichtet  werden.

Kitas dürfen laut einem Beschluss der Corona-Lenkungsgruppe ab 18. Mai für maximal 50 Prozent der Kinder wieder öffnen. Die Änderung der Corona-Verordnung dazu wird voraussichtlich am Freitag oder Samstag offiziell verkündet.

BAYERN:

Einige Jahrgänge sind wieder an den Schulen, ab dem 18. Mai kommen etwa die Erstklässler und die fünften und sechsten Jahrgangsstufen hinzu. Nach den Pfingstferien Mitte Juni sollen alle Schülerinnen und Schüler zumindest tageweise  in die Schule gehen.

In den Kitas läuft in der Regel noch die Notbetreuung . Ab dem 25. Mai soll der Betrieb abhängig vom Infektionsgeschehen etwa auf Waldkindergärten oder Vorschulkinder ausgeweitet werden.

BERLIN:

Bis Ende Mai sollen alle Schüler mit verringerter Stundenzahl  in die Schulen gehen. Die meisten Jahrgänge gehen seit dem 11. Mai zumindest eingeschränkt wieder zur Schule.

Seit dem 14. Mai werden die Kitas stufenweise geöffnet.  Neben der Notbetreuung können nun etwa die Vorschulkinder und ihre Geschwister wieder betreut werden. Bis zum Sommer soll jedes Kitakind wieder ein Betreuungsangebot erhalten.

BRANDENBURG:

Bisher werden 50 Prozent der Schülerinnen und Schüler in Brandenburg wieder zeitweise unterrichtet . Ab dem 25. Mai bis zu den Sommerferien Ende Juni sollen wieder alle Kinder mindestens zwei Tage pro Woche in die Schule gehen können.  

Die Kita dürfen Kinder weiterhin nur besuchen, wenn die Eltern keine anderen Betreuungsmöglichkeiten haben. Es sollen aber mehr Eltern Anspruch bekommen und ihre Kinder ab Ende Mai zumindest einmal die Woche in die Kita  bringen können.

BREMEN:

Ab 18. Mai werden zusätzlich zu den Abschlussklassen und dem vierten Jahrgang die Klassen 1-3 schrittweise in die Grundschulen geholt. Eine Woche später sollen alle Jahrgänge an mindestens zwei Tagen  die Woche Präsenzunterricht haben.

Ab dem 18. Mai können Kinder mit besonderem Förderbedarf wieder in die Kitas, ab dem 1. Juni sollen alle Vorschulkinder dazukommen, weitere Lockerungen sind ab dem 15. Juni geplant .

HAMBURG:

Bisher sind neben den Abschlussklassen nur die Jahrgangsstufen vier und sechs in Kleingruppen abwechselnd in der Schule. Ab dem 25. Mai sollen alle Schülerinnen und Schüler wenigstens einmal pro Woche Unterricht  in der Schule bekommen.

Kitas gehen ab dem 18. Mai wieder schrittweise in den Regelbetrieb  über. Neben den Kindern mit Anspruch auf Notbetreuung dürfen zunächst die älteren Kitakinder kommen. Wenn das Infektionsgeschehen es zulässt, sollen ab Juni weitere Kinder folgen.

HESSEN:

Der Unterricht an den Schulen hat schrittweise wieder begonnen . Nachdem bereits Abschlussklassen wieder unterrichtet werden, will das hessische Kultusministerium ab Montag, 18. Mai, zahlreiche weitere Kinder und Jugendliche in eingeschränkter Form zurück in die Schulen holen. Darunter fallen alle Schüler an weiterführenden Schulen sowie die Viertklässler. Die übrigen Grundschüler der Klassen eins bis drei sollen am 2. Juni in die Klassenräume zurückkehren.

Kitas laufen bisher noch im Notbetrieb, ab Anfang Juni soll die Betreuung allmählich in den eingeschränkten Normalbetrieb  übergehen.

MECKLENBURG-VORPOMMERN:

Seit Donnerstag können außer an den Gymnasien alle Schülerinnen und Schüler tageweise in die Schule zurückkehren . An den Gymnasien soll zunächst das Abi abgeschlossen werden, nach Pfingsten bekommen dann alle Jahrgänge tageweise Präsenzunterricht.  

Ab dem 18. Mai kommen die Vorschulkinder im eingeschränkten Betrieb zurück in die Kitas . Eine Woche später sollen weitere Kinder hinzukommen. Die Kinder von voll Berufstätigen sollen Anspruch auf mindestens sechs Stunden Betreuung haben. Die schrittweise Öffnung der Kitas werde durch einen Expertenrat begleitet.

NIEDERSACHSEN:

Seit dem 27. April bekommen die Abschlussklassen eingeschränkt Präsenzunterricht, im Wochentakt kommen neue Klassen hinzu: Nach der 4. und der 12. Jahrgangsstufe folgen ab 18. Mai die 3., 9. und 10. Klassen. Bis vor den Sommerferien sollen möglichst auch die verbleibenden Klassen in Kleingruppen abwechselnd in die Schule gehen  können.

Die Notbetreuung in den Kitas wird ab dem 18. Mai auf Kinder mit besonderem Unterstützungsbedarf und Vorschulkinder ausgeweitet. Schrittweise sollen weitere Kinder dazukommen. Die Rückkehr zum Regelbetrieb  in den Kitas ist für den 1. August geplant.

NORDRHEIN-WESTFALEN:

Schülerinnen und Schüler kehren schrittweise zurück , die meisten Jahrgänge haben tageweise bereits wieder Präsenzunterricht, insbesondere an den Gymnasien gibt es aber noch Einschränkungen Ab Ende Mai sollen alle Schüler tageweise in der Schule unterrichtet werden.

Die Kita ist über die Notbetreuung hinaus etwa für Vorschulkinder mit einer Anspruchsberechtigung nach dem Bildungs- und Teilhabepaket geöffnet. Ab dem 28. Mai soll das dann für alle Vorschulkinder gelten. Zunächst hatte es außerdem geheißen, ab September soll es einen "eingeschränkten Regelbetrieb"  für alle Kitakinder geben. Am Donnerstag kündigte Familienminister Joachim Stamp (FDP) an, dass das früher der Fall sein werde, allerdings ohne einen konkreten Zeitpunkt zu nennen.

RHEINLAND-PFALZ:

Der Unterricht hat stufenweise wieder begonnen, wie fast überall zunächst mit den Abschlussklassen sowie den Viertklässlern. Ab dem 25. Mai kommen weitere Jahrgänge hinzu, etwa die 3., 5. und 6. Klassen. Bis zum 8. Juni sollen alle Schülerinnen und Schüler zeitweise wieder zur Schule  gehen.

Bisher gilt eine sehr weit gefasste Notbetreuung : Alle Sorgeberechtigten, die glaubhaft machen, dass sie eine Betreuung benötigen, haben Anspruch. Die Kitas sollen bis spätestens zu den Sommerferien wieder für alle Kinder zumindest tage- oder stundenweise geöffnet werden.

SAARLAND:

Die Schülerinnen und Schüler, die in diesem oder im kommenden Jahr einen Abschluss machen sowie die 4. Klassen sind bereits eingeschränkt zurück in den Schulen. Am 25. Mai folgen Schülerinnen und Schüler mit besonderem Förderbedarf, die Grundschulkinder sowie Fünft- und Sechstklässler. Bis Mitte Juni sollen auch die restlichen Klassen wieder eingeschränkt unterrichtet  werden.

In den Kitas gilt eine erweiterte Notbetreuung , die etwa auch Kindern aus beengten Wohnverhältnissen offen steht. Bis zu den Sommerferien solle "es wieder einen möglichst regulären Betrieb geben".

SACHSEN:

Die Grundschülerinnen und Grundschüler kommen ab dem 18. Mai in ihren gewohnten Klassenverbänden zurück an die Schulen . Die Jahrgänge ab Stufe 5 werden ab Montag in kleineren Gruppen tageweise wieder unterrichtet. Lediglich für die Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 4 bis 9 in den Schulen mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung gibt es bis einschließlich 1. Juni keinen Unterricht.

Die Kitas öffnen am 18. Mai ebenfalls wieder nahezu regulär, die Kinder verschiedener Gruppen dürfen sich allerdings nicht begegnen.

SACHSEN-ANHALT:

Alle Klassenstufen sollten bereits bis zum 15. Mai für mindestens einen Tag zum direkten Austausch mit ihren Lehrerinnen und Lehrern in die Schulen zurückkehren. Auch nach den Pfingstferien sollen nach aktuellem Stand  alle Schuljahrgänge im regelmäßigen Wechsel zwischen Präsenz- und Fernunterricht in die Schulen kommen.

Für die Kitas werden Modelle diskutiert, bei denen Kinder abwechselnd in die Betreuung kommen. Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) hatte am Donnerstag angekündigt, dass nach Pfingsten wieder jedes Kind zumindest zeitweise betreut werden könne. Das Land wolle dann in den eingeschränkten Regelbetrieb übergehen. Dann entscheide nicht mehr der Beruf der Eltern über den Anspruch, alle Kinder hätten dann gleichberechtigten Zugang.

SCHLESWIG-HOLSTEIN:

Einzelne Jahrgänge bekommen schon wieder eingeschränkt Unterricht . Bis wann alle Schülerinnen und Schüler tageweise wieder in die Schule kommen können, ist noch unklar.  

Ab dem 18. Mai wird die Notbetreuung an Kitas noch mal erweitert, etwa für Kinder mit besonderem Förderbedarf. Ab dem 1. Juni sollen die Kitas dann in den eingeschränkten Regelbetrieb übergehen . Dabei sollen alle Kinder in Gruppen von bis zu zehn Kindern tages- oder wochenweise im Wechsel betreut werden.

THÜRINGEN:

Wie in den meisten Ländern werden die Abschlussklassen und Vorbereitungsklassen sowie die vierten Jahrgänge zeitweise wieder unterrichtet. Auch die Drittklässler und Förderschüler waren bereits wieder in der Schule. Spätestens nach Pfingsten sollen wieder alle Schüler zeitweise am Präsenzunterricht teilnehmen  können.

Ab dem 18. Mai kehren die Kitas zu einem eingeschränkten Regelbetrieb  zurück. Generell sollen alle Kinder dann wieder betreut werden können. Die Kommunen können die Ausweitung allerdings auch noch bis zum 15. Juni verzögern und es kann je nach Infektionsgeschehen wieder zu Einschränkungen kommen.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Textes hieß es, Vorschulkinder in Nordrhein-Westfalen könnten die Kitas bereits wieder besuchen, und der "eingeschränkte Regelbetrieb" solle im September starten. Wir haben die Angaben korrigiert.

sun/dpa
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