Umfrage zur Coronakrise Viele Studierende sorgen sich um ihre berufliche Zukunft

Mehr Arbeitslose, mehr Firmenpleiten: Angesichts der wirtschaftlichen Lage infolge der Coronakrise bangen Studierende laut einer Studie um ihre berufliche Zukunft - und ändern deshalb ihre Pläne.
Bilder vergangener Zeiten: Studierende im Hörsaal, wegen Corona läuft derzeit fast alles online (Symbolbild)

Bilder vergangener Zeiten: Studierende im Hörsaal, wegen Corona läuft derzeit fast alles online (Symbolbild)

Foto: kasto / imago images / Panthermedia

Viele Studierende in Deutschland fürchten als Folge der Coronakrise um ihre beruflichen Chancen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Beratungsunternehmens EY, das Ende September/Anfang Oktober mehr als 2000 Studentinnen und Studenten befragte. Gut 40 Prozent gehen demnach davon aus, dass sich ihre Berufsaussichten in den vergangenen Monaten verschlechtert haben - einige zogen bereits Konsequenzen daraus.

Rund ein Viertel der Befragten hat seine beruflichen Pläne geändert und will zum Beispiel länger studieren, die Branche wechseln oder sich doch lieber nicht selbstständig machen, wie die Studie zeigt.

Zwar seien fast vier Fünftel der Teilnehmer immer noch zufrieden oder gar sehr zufrieden mit ihrer aktuellen persönlichen Situation. In einer Umfrage vor zwei Jahren sei dieser Wert jedoch deutlich höher ausgefallen. "Die Ergebnisse zeigen, wie belastend die Pandemie auch für junge Menschen sein kann", sagte ein EY-Personalleiter.

Angehende Mediziner optimistischer als vorher

Pessimismus und Unsicherheit sind der Studie zufolge unter den Studierenden allerdings ungleich verteilt: Während unter angehenden Medizinern knapp die Hälfte sogar meint, dass Corona ihre Berufsaussichten eher noch verbessert habe, überwiegt in allen anderen Berufsgruppen die Skepsis. Besonders düster sehen Wirtschafts- und Kulturwissenschaftler in die Zukunft.

Insgesamt ist den Studierenden in Deutschland nun ein sicherer Arbeitsplatz wichtiger als vorher. Bei der Wahl ihres künftigen Arbeitgebers legten gut zwei Drittel der Befragten darauf besonderen Wert.

Bei der gleichen Umfrage vor zwei Jahren war es nur rund die Hälfte. Ein sicherer Job war aber auch damals schon das am häufigsten genannte Kriterium bei der Stellensuche.

Aktuell auf Platz zwei: das Gehalt und mögliche Gehaltssteigerungen. Für mehr als die Hälfte der Studierenden ist dieser Punkt bei der Wahl des Arbeitgebers ausschlaggebend, dicht gefolgt von der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Privatleben wichtiger als der Beruf

Wenn es um Wertvorstellungen insgesamt geht, ist den Studierenden der Umfrage zufolge das Private eindeutig wichtiger als das Berufliche: 70 Prozent und damit genauso viele wie vor zwei Jahren messen der Familie eine hohe Bedeutung zu, es folgen Freunde, das soziale Umfeld sowie Freizeit und Sport.

Nur für ein knappes Drittel der Befragten hat der berufliche Aufstieg laut der Umfrage große Bedeutung - dieser Wert ist im Vergleich zu 2018 um zehn Prozentpunkte abgerutscht.

fok/dpa
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