Nach den Sommerferien Virologin Brinkmann fordert neues Testkonzept für Schulen

Die Hoffnung auf gute Belüftungssysteme hat sie aufgegeben: Fürs neue Schuljahr fordert Virologin Melanie Brinkmann flächendeckende PCR-Tests – sonst werde die Delta-Variante »durch die Schulen rauschen«.
Virologin Melanie Brinkmann

Virologin Melanie Brinkmann

Foto: Jens Schicke / imago images

Ohne neues Testkonzept könne es im nächsten Schuljahr keinen sicheren Unterricht geben, sagt die Virologin Melanie Brinkmann. Wegen der schnellen Ausbreitung der ansteckenderen Delta-Variante des Coronavirus fordert die Forscherin für die Schulen ein Umdenken.

Die Professorin vom Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung plädiert für den vermehrten Einsatz sogenannter Lollitests oder Gurgeltests – anstelle der weniger präzisen Antigen-Schnelltests. »Das spart Kosten und kann per PCR ausgewertet werden«, erklärte sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Das sei sehr effektiv, wenn es regelmäßig erfolge. Lollitests und Gurgeltests könnten auch gruppenweise abgenommen und auf einmal ausgewertet werden. Nur bei positivem Ergebnis ist dann eine individuelle Nachtestung nötig. Vereinzelt werden solche Pool-Tests auch schon an Schulen eingesetzt, in den meisten Einrichtungen reicht den aktuellen Regelungen zufolge aber ein regelmäßiger Schnelltest.

Keine Impfung, keine Lüftung

Für die angenommene schnelle Ausbreitung der Delta-Variante in den Schulen spricht, dass eine Vielzahl von Schülern zum Schuljahresbeginn weiter ungeimpft sein dürfte. Für jüngere Kinder gibt es noch keine Impfstoffe; für die über Zwölfjährigen sind Impfstoffe zwar zugelassen, die Ständige Impfkommission empfiehlt sie mangels ausreichender Daten über mögliche Folgewirkungen aber nur Vorerkrankten. »Die Delta-Variante wird nach den Sommerferien sehr schnell durch die Schulen rauschen, wenn wir keine Vorsorge treffen«, warnte Brinkmann.

Deshalb sollten Brinkmann zufolge Masken getragen werden, um die Infektionswahrscheinlichkeit zu senken. Auch Ventilatoren direkt in den Fensterscheiben seien eine gute Lösung. Dass jedes Klassenzimmer deutschlandweit bis nach den Ferien über ein individuell zugeschnittenes Belüftungssystem verfügt, hält sie nach eigenen Worten aber für illusorisch.

him/dpa
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