Digitales Lernen Achtjährige erhält Nacktfoto auf Lernplattform

Beim digitalen Lernen im Distanzunterricht gab es zuletzt mehrere Pannen – nun postete ein Unbekannter auf einer Lernplattform verstörende Inhalte. Die Polizei ermittelt wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern.
Digitales Lernen mit unerwünschten Inhalten (Symbolbild)

Digitales Lernen mit unerwünschten Inhalten (Symbolbild)

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Rolf Vennenbernd/ dpa

In Bayern hat sich ein Unbekannter Zugang zur Lernplattform einer Grundschule verschafft und dort offenbar Nacktfotos gepostet. Eine Achtjährige im niederbayerischen Mainburg habe während des Onlineunterrichts Bilder eines nackten Mannes angezeigt bekommen, teilte die Polizei mit .

Die Lehrerin sei von dem Unbekannten aus dem Chatraum entfernt worden, sodass sie nicht mehr habe eingreifen können. Auch einige Schüler wurden den Angaben zufolge bei dem Vorfall am Dienstag aus der Plattform abgemeldet. Die Kripo ermittelt wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern.

Unbekannter wusste womöglich die Zugangsdaten

Einen ähnlichen Fall gab es ebenfalls am Dienstag an einer anderen Grundschule in Niederbayern. Auf der Online-Lernplattform einer Schule in Abensberg waren laut Polizei beleidigende Videos abgespielt worden. Zum Teil soll es zu verbalen Beleidigungen gegenüber Schülern und deren Eltern gekommen sein.

Die Schule installierte nach dem Vorfall nach Polizeiangaben ein Sicherheitsupdate für den Heimunterricht während der Corona-Pandemie. Möglicherweise hätten die Unbekannten aber einfach die Zugangsdaten zum Chat gekannt, sagte ein Sprecher.

In einem weiteren Fall im mittelhessischen Florstadt geht die Polizei dem Verdacht des Verbreitens pornografischer Schriften nach. In Florstadt hätten Lehrerinnen mit Kindern der zweiten Klasse eine Videokonferenz über eine Software organisiert, die vom Portal des Schulträgers bereitgestellt wurde, erklärte ein Sprecher des hessischen Kultusministeriums. Dabei habe sich ein Teilnehmer mit einem angeblichen Mädchennamen eingewählt, die Lehrerinnen von der Konferenz ausgeschlossen und Pornografie gezeigt. Ein Elternteil habe den Vorfall bemerkt und gemeldet.

In Bayern und Hessen lernen derzeit ebenso wie bundesweit die meisten Schülerinnen und Schüler im Distanzunterricht von zu Hause aus, häufig digital, weil die Schulen wegen der Corona-Pandemie weitgehend geschlossen sind.

fok/dpa
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