»Erschweren den Unterricht« Amtsärzte wollen Maskenpflicht in Schulen nur bei gefährlichen Virusvarianten

Der Chef der deutschen Amtsärzte hat sich für Zurückhaltung bei Masken im Unterricht ausgesprochen – sie sollen nur bei schwerer krank machenden Varianten Pflicht sein. Bei vielen Eltern ist die Einschätzung jedoch umstritten.
Unterricht in Schleswig-Holstein: »Masken stören die Kommunikation«

Unterricht in Schleswig-Holstein: »Masken stören die Kommunikation«

Foto: Gregor Fischer / DPA

Die deutschen Amtsärzte halten eine Maskenpflicht an Schulen nur für gerechtfertigt, wenn eine gefährlichere Virusvariante auftritt. »Bei den aktuellen Varianten ist eine Maskenpflicht im Unterricht nicht nötig«, sagte Johannes Nießen, Vorsitzender des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdiensts (BVÖGD), den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Masken beeinträchtigten das Lernen erheblich, argumentierte Nießen. »Sie haben Einfluss auf die Sprachentwicklung, erschweren den Fremdsprachenunterricht und stören die Kommunikation, weil sie das halbe Gesichtsfeld bedecken.« Masken im Unterricht sollten daher erst dann zum Einsatz kommen, wenn es eine infektiösere und gleichzeitig schwerer krank machende Variante als die bisher bekannten Omikron-Varianten gebe. Die Länder sollten deshalb »so lange wie möglich Unterricht ohne Maske erlauben«.

Bei Eltern und Lehrkräften sorgte die Stellungnahme teilweise für Empörung. Bei Twitter äußerten sich etliche Maskenbefürworter und zweifelten an der Belastbarkeit der Aussage.

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Von anderer Seite gab es dagegen Zustimmung zur Position der Amtsärzte. Die seien schließlich nah dran am Infektionsgeschehen etwa in Kitas und Schulen.

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Der Bundestag will am Donnerstag abschließend über die Neufassung des Infektionsschutzgesetzes beraten. Vorgesehen ist, dass die Länder in Schulen ab der fünften Klasse eine Maskenpflicht einführen  können, wenn dadurch ein geregelter Präsenz-Unterrichtsbetrieb aufrechterhalten werden kann.

him/AFP
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