Karliczek-Vorstoß Bildungsministerin regt Anhebung der Abi-Noten an

Sollte der Abitur-Durchschnitt in diesem Jahr schlechter ausfallen als sonst, will Bundesbildungsministerin Anja Karliczek über eine Aufwertung der Noten reden. Normalen Unterricht werde es mindestens bis Herbst nicht mehr geben.
Bessere Noten wegen der Coronakrise? Abiturienten bei der Prüfungsklausur in Dresden-Klotzsche

Bessere Noten wegen der Coronakrise? Abiturienten bei der Prüfungsklausur in Dresden-Klotzsche

Foto: Sebastian Kahnert/ dpa

Wie lässt sich der in der Coronakrise versäumte Schulstoff nachholen? Bundesbildungsministerin Anja Karliczek schägt dafür "Sommercamps in den Ferien" vor, die auf freiwilliger Basis besucht werden könnten. Außerdem könne sie sich vorstellen, dass die Abiturnoten nachträglich angehoben werden - Voraussetzung: Die Prüfungsleistungen fallen in diesem Jahr wegen der Pandemie schlechter aus. Das sagte die CDU-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe .

In den meisten Bundesländern laufen die Abiturprüfungen derzeit, Hessen und Rheinland-Pfalz haben die Examina größtenteils bereits abgeschlossen. Ein Notendurchschnitt der Leistungen liegt derzeit aber noch nicht vor. "Man muss jetzt einfach beobachten, wie die Prüfungen laufen", sagte Karliczek. "Wenn man deutschlandweit feststellt, dass sich die derzeitige Lage negativ auf die Noten auswirkt, kann gegebenenfalls nachgesteuert werden." Momentan habe sie aber den Eindruck, dass die Abiturienten gut mit der Situation klarkämen.

Für den Schulbetrieb rechnet die Bildungsministerin mit anhaltenden Beschränkungen. "Die Ausnahmesituation wird bis weit in das nächste Schuljahr andauern", sagte sie. "Erst wenn große Bevölkerungsgruppen geimpft sind, werden wir zum gewohnten Unterricht zurückkehren." Bis dahin werde es eine Mischform von Präsenzunterricht und digitalem Unterricht geben. Verantwortlich dafür sind allerdings allein die Bundesländer, Karliczek hat hier keine Kompetenzen.

Das weitere Vorgehen in den Schulen ist auch Thema der Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder am Donnerstagnachmittag. Karliczek äußerte Verständnis für regionale Abweichungen bei der Pandemie-Bekämpfung. "Im Einzelnen müssen die Länder, aber selbst die einzelnen Schulen die Möglichkeit haben, unterschiedlich vorzugehen", sagte sie.

Die Gegebenheiten vor Ort, wie etwa die unterschiedlich großen Klassenräume an Schulen, müssten berücksichtigt werden. Der rote Faden sei aber das von den Kultusministern der Länder erarbeitete Konzept. "Jede Schülerin und jeder Schüler soll bis zu dem Beginn der Sommerferien tage- oder wochenweise die Schule besuchen können", heißt es in dem KMK-Papier.

him/dpa
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