Coronazahlen an Schulen Neuer Höchststand bei Lehrkräften – viele fallen aus

An den Schulen fallen coronabedingt so viele Lehrerinnen und Lehrer aus wie noch nie in der Omikron-Welle. Die Zahlen könnten noch steigen, warnt die Bildungsgewerkschaft GEW.
Eine Lehrerin in Baden-Württemberg: Schulen kommen laut GEW an ihre Belastungsgrenze

Eine Lehrerin in Baden-Württemberg: Schulen kommen laut GEW an ihre Belastungsgrenze

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Bernd Weißbrod / dpa

An den Schulen in Deutschland sind die Coronazahlen wieder gestiegen. In der vergangenen Woche waren 348.000 Corona- und Quarantänefälle bei Schülerinnen und Schülern bekannt, wie die Kultusministerkonferenz (KMK) am Freitag mitteilte. In der Woche davor waren es 275.000 Fälle. Bei den Lehrkräften wurden rund 35.700 Corona- und Quarantänefälle gemeldet. Das ist ein Höchststand in der aktuellen Omikron-Welle. In der Woche davor waren es 28.300.

Die wöchentlich von der KMK veröffentlichten Zahlen basieren auf Rückmeldungen aus den Ländern, sie sind aber nur bedingt vergleichbar und aussagekräftig. Zum einen, weil immer wieder Ferien sind und aus den betreffenden Bundesländern dann keine Zahlen gemeldet werden. Außerdem liegen nicht aus allen Ländern Daten zu Quarantänefällen vor. Berlin meldet gar keine Zahlen mehr. Begründung: »In der Schule durchgeführte Schnelltests werden nicht mehr durch PCR-Tests bestätigt, sodass keine validen Daten vorliegen.«

Hamburgs Schulen haben in dieser Woche erst die Ferien beendet – und melden ebenfalls einen starken Anstieg. Die Infektionszahlen unter den Schulbeschäftigten hätten sich im Vergleich zu der Woche vor den Ferien mindestens verdreifacht, heißt es aus der Behörde. Die Zahlen von Freitag fehlten dabei noch.

Bildungsgewerkschaften hatten am Donnerstag bereits davor gewarnt, dass die Schulen angesichts der Coronapandemie und des zurzeit hohen Infektionsgeschehens an ihre Belastungsgrenze kommen. »Der coronabedingte Ausfall von Lehrkräften trifft die Schulen aktuell heftig«, sagte Anja Bensinger-Stolze, Vorstandsmitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Sie rechne mit weiter steigenden Zahlen, »weil die Coronaschutzmaßnahmen weitestgehend fallen sollen beziehungsweise bereits einkassiert worden sind«. Dies sei eine falsche Entscheidung der Politik. Bensinger-Stolze betonte: »Wir appellieren an alle politisch Verantwortlichen, an der Maskenpflicht ebenso wie an Hygiene- und Testkonzepten festzuhalten, damit die Situation nicht aus dem Ruder läuft. Die Lehrkräfte arbeiten bereits jetzt am Limit.«

Am 2. April endet eine Übergangsfrist, nach der die Länder die Maskenpflicht an Schulen anordnen können. Wenn die Pflicht weiter bestehen soll, müssten die Landesparlamente dafür voraussichtlich neue Regeln erlassen.

Insgesamt gibt es in Deutschland etwa elf Millionen Schüler und knapp 900.000 Lehrkräfte an rund 40.000 Schulen und Berufsschulen.

sun/dpa
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