USA Trump drängt auf Öffnung der Schulen

Innerhalb von 24 Stunden gab es in den USA Zehntausende Neuinfektionen, und der Pandemie-Berater der Regierung spricht von einer "ernsten Situation". Präsident Trump setzt dennoch auf Lockerungen - auch an Schulen.
Donald Trump will, dass die Schulen in den USA nach den Ferien wieder öffnen

Donald Trump will, dass die Schulen in den USA nach den Ferien wieder öffnen

Foto: Brendan Smialowsk/ AFP

Trotz weiter steigender Corona-Fallzahlen in den USA drängt Präsident Donald Trump die Bundesstaaten, die Schulen nach den Sommerferien wieder zu öffnen. "Wir wollen, dass unsere Schulen im Herbst geöffnet sind", sagte Trump bei einem Runden Tisch zu dem Thema im Weißen Haus. Das sei sehr wichtig für das Land und das Wohlbefinden von Schülern und deren Eltern. "Wir werden Druck auf die Gouverneure und alle anderen ausüben, die Schulen zu öffnen."

Der Republikaner warnte davor, Schulen aus politischen Erwägungen geschlossen zu halten. Er spielte damit auf demokratische Gouverneure an, die sich in großer Zahl gegen Trumps Drängen auf eine schnelle Rückkehr zur Normalität wehren. Der Präsident dagegen spielte die Lage in den USA trotz einer Zunahme von Infektionen erneut herunter. "Weil wir mehr testen, haben wir mehr Fälle. Wenn wir die Hälfte der Tests machen würden, hätten wir viel weniger Fälle", sagte er.

Chefberater: "Dies ist eine ernste Situation"

Trump sagte erneut, dass die Sterblichkeitsrate in den USA "die niedrigste auf der Welt" sei. Das ist Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) zufolge nicht korrekt. Unter den 20 am schwersten von der Pandemie betroffenen Ländern weltweit haben demnach 13 Staaten eine niedrigere Sterblichkeitsrate pro hundert bestätigten Infektionen.

Am Dienstag waren in den USA erneut hohe Zahlen von Neuinfektionen gemeldet worden. Innerhalb von 24 Stunden wurden laut JHU weitere 60.209 Ansteckungsfälle gezählt. Die Gesamtzahl der Infektionen stieg auf fast drei Millionen. Zudem wurden weitere 1114 Todesfälle durch die Infektion registriert, womit die Gesamtzahl der Todesopfer auf 131.362 stieg. Vor allem im Süden und Westen der Vereinigten Staaten nehmen seit einigen Wochen die Infektionsraten wieder deutlich zu.

Kritiker führen die steigenden Fallzahlen darauf zurück, dass die Corona-Restriktionen vorschnell gelockert worden seien. Vielerorts wurden die Maßnahmen inzwischen wieder verschärft. Trump zeichnet dennoch ein positives Gesamtbild der Lage. Seine Regierung habe im Kampf gegen die Pandemie einen "guten Job" geleistet. In zwei bis vier Wochen werde das Land "in sehr guter Verfassung" sein.

Trump widersprach außerdem seinem eigenen Pandemie-Berater Anthony Fauci, der sich zuvor alarmiert über die steigenden Infektionsraten gezeigt hatte. "Dies ist eine ernste Situation, gegen die wir sofort angehen müssen", sagte der oberste Virologe des Landes. Die USA steckten noch "knietief" in der ersten Ausbreitungswelle des Virus. Trump sagte danach über Fauci: "Ich bin nicht mit ihm einer Meinung."

fok/dpa
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