Coronavirus Italien schließt Schulen und Universitäten im ganzen Land

Die Corona-Epidemie hat Auswirkungen auf Italiens Schüler und Studierende. Bis Mitte März bleiben landesweit Schulen und Universitäten geschlossen.
Desinfektion im Klassenzimmer: Reinigungskraft in einer Schule in Turin

Desinfektion im Klassenzimmer: Reinigungskraft in einer Schule in Turin

Foto: Massimo Pinca/ REUTERS

Italien schließt wegen der Verbreitung des neuartigen Coronavirus Schulen und Universitäten im ganzen Land. Die Bildungseinrichtungen werden ab Donnerstag bis zum 15. März geschlossen bleiben, sagte Schulministerin Lucia Azzolina. Zuvor hatten bereits die Nachrichtenagenturen Ansa und Adnkronos unter Berufung auf Regierungskreise über die Pläne berichtet.

Bisher waren vor allem in Norditalien die Schulen geschlossen, weil das Virus dort besonders gehäuft auftritt. Italien ist in Europa das am schwersten von Covid-19 betroffene Land. Bis Mittwoch zählten die Behörden 107 Tote. Insgesamt haben sich fast 3100 Menschen mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, teilte der Zivilschutz mit. Viele sind jedoch auch schon wieder genesen. Italien hat dennoch ganze Gebiete abgeriegelt. (Lesen Sie hier mehr zur Situation in Italien )

Um die Ausbreitung zu stoppen, sollen bald auch neue Verhaltensregeln gelten. Medien berichteten, dass das Expertenkomitee der Regierung unter anderem den Verzicht auf "Baci" - Küsse, Umarmungen und Händeschütteln - empfehle. Stattdessen wird ein Meter Abstand empfohlen.

Vorsichtsmaßnahmen besonders für ältere Menschen

Außerdem riet das Gremium demnach, dass alle im Alter von über 75 Jahren möglichst zu Hause bleiben sollten. In der besonders stark von der neuen Lungenkrankheit betroffenen Region Lombardei sollten schon ältere Leute ab 65 nicht mehr rausgehen. Die Richtlinien sollten zunächst 30 Tage gelten, hieß es.

Elf Kommunen im Norden, in der Lombardei und Venetien sind bereits die zweite Woche gesperrt. In der Lombardei, der Emilia-Romagna und in Venetien sind die Fallzahlen besonders hoch.

In der Lombardei war in der Provinz Lodi am 21. Februar der erste Krankheitsfall dieses Ausbruchs bekannt geworden. Experten vermuten allerdings inzwischen, dass das Virus schon früher im Land vorkam, vermutlich schon im Januar.

Auch in Frankreich raten Behörden und Institutionen mittlerweile von der traditionellen Begrüßung mit einem oder mehreren Wangenküssen ab. "Küssen Sie sich nicht", hieß es explizit in einer Anweisung des Europarats in Straßburg an Mitarbeiter. Die Hauptstadt Paris erklärte ebenfalls, dass es besser sei, auf nahen Körperkontakt wie bei "la bise" zu verzichten. Frankreichs Gesundheitsminister Olivier Véran sprach sich bereits am Wochenende für eine Begrüßung ohne Küsschen und Händeschütteln aus.

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bbr/dpa/Reuters