Virus-Bekämpfung Virologe fordert zwei Wochen "Coronaferien"

Flächendeckende Schulschließungen für zwei Wochen - das wäre nach Ansicht des Virologen Alexander Kekulé die einzige Maßnahme, um die bundesweite Ausbreitung des Coronavirus noch einzudämmen.

Zwei Wochen "Coronaferien" für alle Schulen und Kitas, keine Großveranstaltungen mehr, möglichst auch keine innerdeutschen Reisen: Mit diesen Maßnahmen ließe sich die Ausbreitung des Virus in Deutschland noch einigermaßen begrenzen und kontrollieren, sagte der Virologe Alexander Kekulé im Deutschlandfunk . Kekulé ist Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie an der Martin Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Diese Schritte müssten allerdings möglichst schnell umgesetzt werden, so Kekulé. Die Maßnahmen könnten helfen, möglichst viele bisher nicht entdeckte Infektionsherde zu identifizieren und die Patienten zu isolieren. Zu Beginn der Ausbreitung habe man viele sinnvolle Schritte versäumt, etwa die Einführung von Einreisekontrollen.

Gleichzeitig warnte Alexander Kekulé in dem Gespräch vor "Superhorrorszenarien", wie sie einige seiner Kolleginnen und Kollegen im Hinblick auf die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland skizzierten. Die Prognose, dass ein Prozent der Infizierten sterbe und 60 Prozent der Deutschen sich ansteckten, würde er auf keinen Fall unterschreiben.

Bisher wisse man noch nicht, wie sich das Virus verhalte, sagte Kekulé. Er sei optimistisch, dass der Verlauf in Deutschland milder sein werde als in China, weil die Versorgung der Erkrankten hier besser sei. Es komme jetzt allerdings auf schnelle und konsequente Reaktionen der Gesundheitsbehörden an.

Andere Länder haben bereits ihr Schulsystem in eine Corona-Pause geschickt. So hatte der japanische Premierminister Shinzo Abe Ende Februar angekündigt, die Schulen im Land bis zu den Frühlingsferien geschlossen zu halten. Die Maßnahme betrifft 12,8 Millionen Kinder und Jugendliche in Japan.

him
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