Virusprävention Wo Schulen und Kitas geschlossen werden

Das Saarland und Bayern haben zuerst entschieden, Berlin zieht nach, auch NRW folgte: Immer mehr Kitas und Schulen werden geschlossen, nur in einem Bundesland gibt es noch Unterricht. Der Überblick.
Die Einrichtungen im Saarland bleiben bis zum Ende der Osterferien geschlossen (Symbolfoto)

Die Einrichtungen im Saarland bleiben bis zum Ende der Osterferien geschlossen (Symbolfoto)

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Caroline Seidel/ dpa

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Bislang wurden Schulen und Kitas nur vereinzelt geschlossen, jetzt rollt die Schulschließungswelle über das Land. Die Entscheidungen in der Übersicht:

Saarland

Im Saarland fiel die Entscheidung bereits in der Nacht auf Freitag: Wegen des sich ausbreitenden Coronavirus werden ab Montag alle Schulen und Kindertageseinrichtungen geschlossen. Wegen seiner Grenznähe stehe das Land vor besonderen Herausforderungen, sagt Ministerpräsident Tobias Hans (CDU). Die Region Grand Est in Frankreich gilt als Risikogebiet.

Die Einrichtungen werden demnach bis zum Ende der Osterferien geschlossen. Damit solle die Ausbreitung des Virus verlangsamt werden. Eine Notbetreuung für Familien werde sichergestellt.

Bayern

Der Freistaat zog am Freitagmorgen als zweites Bundesland nach: Ministerpräsident Markus Söder (CSU) kündigte an, dass ab Montag alle Schulen und Kindertagesstätten bis zum Ende der Osterferien im April geschlossen bleiben. Dies sei eine "ganz wichtige Maßnahme", um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. "Diese fünf Wochen können ganz entscheidend sein", sagte Söder.

Das Land kündigte an, etwa für Polizistinnen oder Krankenpfleger eine Notbetreuung einzurichten: "Wir werden eine Betreuung sicherstellen für Eltern, die in systemkritischen Berufen tätig sind", sagte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler).

DER SPIEGEL

Berlin - schrittweise

In der Hauptstadt sollen Kitas und Schulen auch geschlossen werden, aber nach und nach. Die Schließung soll am Montag mit den Oberstufenzentren beginnen, teilte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Morgen mit. Weitere Einzelheiten sollen am Nachmittag bekannt gegeben werden.

Niedersachsen

Auch Niedersachsen schließt wegen der Ausbreitung des Coronavirus alle Schulen. Das teilte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) am Freitagvormittag mit. Die Schulen bleiben von Montag an zu. Nach zwei Wochen außerplanmäßiger Schließung würden am 30. März nahtlos zwei Wochen Osterferien beginnen.

Auch die Kitas machen in der Zeit dicht. Für Berufsgruppen wie Polizei und Gesundheitswesen gebe es eine Notbetreuung.

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Bremen

Als fünftes Bundesland schließt auch Bremen von Montag an alle Schulen und Kitas. Der Senat sehe diese Maßnahme als notwendig an, um die weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, teilte die Landesregierung am Freitag nach einer Sondersitzung mit.

Schleswig-Holstein

Am Freitagmittag entschied Schleswig-Holstein: Schulen und Kitas bleiben von Montag bis zum 19. April geschlossen. Das teilten das Bildungsministerium und das Gesundheitsministerium am Freitag in Kiel mit. 

Die demnächst anstehenden Abiturprüfungen werden pauschal auf die ohnehin bereits eingeplanten regulären Nachholtermine nach den Osterferien verlegt.

Nordrhein-Westfalen

Auch das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen schließt flächendeckend seine Schulen. Die Regelung gilt ab Montag zunächst bis zum 19. April, teilte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Freitagnachmittag mit.

Am Montag und Dienstag können die Schülerinnen und Schüler demnach noch in den Schulen betreut werden. Das soll den Eltern Zeit geben, sich um eine Alternative zu kümmern.

Rheinland-Pfalz

Auch in Rheinland-Pfalz bleiben die Schulen und Kindergärten ab Montag geschlossen. Dies soll zunächst bis zum Ende der Osterferien am 17. April gelten, wie das rheinland-pfälzische Bildungsministerium am Freitag mitteilte. Eine Notbetreuung werde vor Ort ermöglicht. Die ab Montag geplanten Prüfungen für das mündliche Abitur würden erst ab dem 23. März stattfinden.

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Reaktionen

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, hält bundeslandabhängige Regelungen zu Schulschließungen für "sehr fatal". Dem Bayerischen Rundfunk sagte er: "Bei einer so wichtigen Frage verbieten sich Insellösungen."

Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) reagierte skeptisch auf die flächendeckende Schließung von Schulen in mehreren Bundesländern "Wir können nicht beurteilen, ob die Schulschließungen notwendig sind oder nicht. Wir vertrauen hier auf die Expertise der Fachleute aus den Gesundheitsbehörden", sagte GEW-Vorstandsmitglied Ilka Hoffmann.

Die Situation bereite der GEW Sorge, sie sei eine große Belastung für die Familien. Auf der anderen Seite sei ein Ausgleich des entfallenen Unterrichts nur schwer möglich. "Die Schulen in Deutschland sind nicht flächendeckend darauf vorbereitet, Fernunterricht zu erteilen", sagte Hoffmann.

Der Realschullehrerverband hatte sich hingegen schon vor ein paar Tagen für eine Schulschließung ausgesprochen.

Situation an den Hochschulen

Der Vorlesungsbeginn an Unis und Fachhochschulen wurde in den meisten Bundesländern verschoben.

Auswirkungen auf das Bafög hat das nicht: Studentinnen und Studenten bekommen die Zahlungen weiter, teilte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) am Freitag in Berlin mit. Der entsprechende Erlass gelte auch dann, wenn die Einreisesperre in ein anderes Land den Gang zur Uni dort unmöglich macht.

sun/dpa/AFP
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