»Kinderrechte konsequent umgesetzt« Deutscher Kita-Preis geht nach Heilbronn und Arnsberg

In Baden-Württemberg und in NRW stehen die besten Kitas – das jedenfalls findet die Jury des Deutschen Kita-Preises. Ausgezeichnet wurden Einrichtungen, die Kinder konsequent in den Mittelpunkt ihrer Arbeit stellen.
Kinder in der »Olgakrippe« in Heilbronn: »Wertschätzender, stärkebasierter Umgang mit allen Kindern«

Kinder in der »Olgakrippe« in Heilbronn: »Wertschätzender, stärkebasierter Umgang mit allen Kindern«

Foto: J. Erlenmeyer & N. Götz

Können die Kinder im Heilbronner Familienzentrum »Olgakrippe«  eigene Entscheidungen zum Alltag in ihrer Kita treffen? Na klar, sagten sich Leiterin Monika Karacic und ihr Team – und führten zweimal jährlich den »Kindertag« ein: Dann übernehmen die älteren der null bis sechsjährigen Kinder den Platz der pädagogischen Fachkräfte. Sie beantworten Telefonanrufe, kümmern sich um Material, wählen Essen aus und vertreten Entscheidungen der Kita nach außen.

»Das Familienzentrum zeichnet sich durch einen wertschätzenden, stärkebasierten Umgang mit allen Kindern, Pädagog:innen und Familien aus«, loben die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung und das Bundesfamilienministerium. Die »Olgakrippe« wurde daher am Montag in Berlin mit dem Deutschen Kita-Preis  ausgezeichnet.

Im Alltag würden »Kinderrechte gelebt und konsequent umgesetzt«, betonte die Jury. Auch der Umgang mit den vielfältigen sprachlichen und kulturellen Hintergründen der Kinder und ihrer Familien sei vorbildlich, heißt es weiter. 25.000 Euro Preisgeld sind mit der Auszeichnung als »Kita des Jahres« verbunden.

Deutscher Kita-Preis

Der Deutsche Kita-Preis ist eine gemeinsame Initiative des Bundesfamilienministeriums und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung. Unterstützend sind außerdem mit dabei: die Heinz und Heide Dürr Stiftung, die Marke ELTERN, die Soziallotterie freiheit+ und der Didacta-Verband. Der Preis wurde 2022 zum fünften Mal verliehen.

»Die Auszeichnung soll Menschen anspornen, ihre großartige Arbeit nach außen zu tragen, damit sie die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdienen«, sagte Bundesfamilienministerin Lisa Paus bei der Preisverleihung mit Blick auf die Kita-Beschäftigten: »Sie leisten jeden Tag Enormes und sind wichtige Anker im Leben der Kinder und ihrer Familien, gerade in Krisenzeiten, wie wir sie im Moment erleben.«

Ebenfalls mit 25.000 Euro Preisgeld ausgezeichnet wurden die Familienzentren im sauerländischen Arnsberg . Die Einrichtungen, die sich stadtweit vernetzt haben, siegten in der Kategorie »Lokales Bündnis für frühe Bildung«. Gemeinsam haben sich die Familienzentren zum Ziel gesetzt, allen Kindern ein gutes Aufwachsen zu ermöglichen. Dafür hat sich das Bündnis die Verwirklichung der Kinderrechte auf die Fahne geschrieben.

So zeigte sich die Jury beeindruckt von einem Kinderrechte-Tag, der durch verschiedene Aktionen und Banner für öffentliche Aufmerksamkeit sorgte. Außerdem habe das Bündnis mit einheitlichen Standards und guter Organisation dafür gesorgt, dass die Familienzentren in Arnsberg »auf bemerkenswerte Weise unabhängig von einzelnen Personen und dadurch tragfähig und zukunftsweisend aufgestellt sind«.

him