Erstmals seit 14 Jahren Zahl der Studierenden stagniert

Die Ruhr-Universität Bochum in Zeiten der Coronapandemie: Das Virus ist für den Rückgang der Studierendenzahlen mitverantwortlich
Foto: Rupert Oberhäuser / IMAGODie Zahl der Studierenden in Deutschland stagniert. Mit 2.947.500 eingeschriebenen Studentinnen und Studenten blieb die Zahl im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. In den vergangenen 14 Jahren war die Zahl kontinuierlich und spürbar gestiegen – diese Entwicklung wurde nun vorerst gebremst.
Laut den Statistikern hängt der allgemein gebremste Anstieg mit der längerfristigen Entwicklung der Zahl der Studienanfänger zusammen. Diese sank das vierte Jahr in Folge. Im gesamten Jahr 2021 begannen 472.100 Erstsemester ihr Studium. Das waren vier Prozent weniger als 2020 und acht Prozent weniger als 2017.
Schuld: die Demografie und Corona
Die höchste Zahl der Erstsemester hatte es 2011 mit 518.700 gegeben, nachdem die Wehrpflicht ausgesetzt worden war und in mehreren Bundesländern zwei Jahrgänge gleichzeitig ihr Abitur abgelegt hatten.
Als Gründe für die rückläufige Entwicklung bei den Erstsemestern seit 2017 gaben die Statistiker die Demografie an, aber auch die Coronapandemie. Infolge der Pandemie ging 2020 die Zahl der ausländischen Studierenden um 22 Prozent zurück. Parallel dazu verkleinerte sich in den vergangenen vier Jahren die Bevölkerungsgruppe der 17- bis 22-Jährigen um fünf Prozent. Diese Altersgruppe macht rund drei Viertel der Erstsemester aus.
Plus an FHs und Verwaltungsfachschulen
Spürbar ist der Rückgang vor allem an den Universitäten. Im Vergleich zum Wintersemester 2020/21 sind an den Unis und gleichrangigen Hochschulen derzeit zwei Prozent weniger Studierende eingeschrieben.
Fachhochschulen verzeichneten in dem Zeitraum hingegen eine Steigerung von drei Prozent. Einen Anstieg gab es zudem an Verwaltungsfachhochschulen mit einem Plus von fünf Prozent und Kunsthochschulen mit einem Plus von zwei Prozent.