Schüler mobben Lehrer Klassenfahrt gestrichen, Staatsanwaltschaft ermittelt

Düsseldorfer Gymnasiasten sollen Lehrer gemobbt haben, deshalb dürfen sie nicht auf Klassenfahrt. Für manche Eltern ein Grund, den Rücktritt der Direktorin zu fordern.
"Zahlreiche Einträge in beleidigender, diffamierender und rufschädigender Art": Schüler mit Handy auf dem Schulhof (Archivbild)

"Zahlreiche Einträge in beleidigender, diffamierender und rufschädigender Art": Schüler mit Handy auf dem Schulhof (Archivbild)

Foto: Sebastian Kahnert/ picture alliance / dpa

Mobbing mit ungewöhnlichen Konsequenzen: Weil Schüler auf mehreren Social-Media-Plattformen rufschädigende Bilder von Lehrern eines Gymnasiums in Düsseldorf verbreitet haben sollen, hat die Schulleiterin zwei Klassenfahrten gestrichen.

Die Leiterin des Düsseldorfer Max-Planck-Gymnasiums, Corinna Lowin, sagte der Deutschen Presse-Agentur (dpa), dass zwei Fahrten der 9. Klassen abgesagt worden seien. Außerdem hat mindestens eine Lehrkraft Strafanzeige bei den Justizbehörden erstattet. Das bestätigte ein Sprecher der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft.

Er sagte weiter, es gebe nun ein Ermittlungsverfahren gegen unbekannt, nachdem auf der Internetplattform Instagram die verunglimpfende Fotomontage eines Lehrers des Max-Planck-Gymnasiums aufgetaucht war. Schulleiterin Lowin sagte der dpa, es habe sogar mehrere strafrechtlich relevante Beiträge gegeben.

Kein Einzelfall

Ende Januar hatte Lowin in einem Brief an Eltern und Schüler geschrieben, dass in den vergangenen Wochen "zahlreiche Einträge" in sozialen Medien wie WhatsApp und Instagram bekannt geworden seien, die sich "in beleidigender, diffamierender und rufschädigender Art gegen eine große Zahl der Lehrkräfte" richteten.

Das Vertrauensverhältnis zwischen Schülern und Lehrern sei "erheblich gestört", heißt es weiter. Die "Rheinische Post"  hatte zuvor über das Schreiben berichtet. Demnach wurden zum Teil Aufnahmen verwendet, die unerlaubt während des Unterrichts entstanden waren. "Die für uns bisher namentlich zuordenbaren Einträge sind in unterschiedlichen Jahrgangsstufen verortet und erfahren eine große Zustimmung weiterer Nutzer durch bewusst gesetztes Liken", heißt es im Brief der Schulleiterin weiter.

Gestrichen wurden deshalb dem Bericht zufolge Klassenfahrten in einem Latein- und einem Französischkurs. Die hätten eigentlich in Kürze nach Trier und Frankreich starten und jeweils drei Tage dauern sollen. Der geplante Schüleraustausch mit einer spanischen Schule dagegen werde stattfinden - aber nur deshalb, damit die spanischen Partner nicht irritiert seien.

Die gestrichenen Klassenfahrten sorgen jedoch für Widerstand bei manchen der betroffenen Familien. Einige Eltern haben in einem Brief an Schule und NRW-Schulministerium die Absetzung der Schulleiterin gefordert. "Hier wird mit pädagogischen Fähigkeiten aus den Siebzigerjahren agiert", schimpfen die Eltern darin, "dies entspricht nicht dem heutigen Anspruch an eine moderne zukunftsgerichtete Schulleitung.“

him/dpa