Veränderte Regeln zum Sitzenbleiben Ein Drittel weniger Wiederholer im Corona-Schuljahr

Im vergangenen Schuljahr haben deutlich weniger Schülerinnen und Schüler die Klasse wiederholt. Viele Bundesländer hatten wegen der coronabedingten Schulschließungen ihre Versetzungsregeln geändert.
Schülerin in Bayern: Hier war die Quote der Wiederholerinnen und Wiederholer am höchsten

Schülerin in Bayern: Hier war die Quote der Wiederholerinnen und Wiederholer am höchsten

Foto: Daniel Karmann/ dpa

Während der Coronapandemie haben deutlich weniger Kinder eine Klassenstufe wiederholt. Wie das Statistische Bundesamt berichtete,  wiederholten im Schuljahr 2020/21 an allgemeinbildenden Schulen 93.100 Schülerinnen und Schüler eine Klasse – entweder freiwillig oder weil sie nicht versetzt wurden. Das waren 50.500 weniger als im Schuljahr davor. Damit sank die Quote der Wiederholer bundesweit von 2,3 Prozent im Schuljahr 2019/20 auf zuletzt 1,4 Prozent.

Den Angaben zufolge lag das unter anderem an veränderten Versetzungsregeln. »Aufgrund von Unterrichtsausfällen, Wechsel- und Distanzunterricht wurden in vielen Bundesländern besondere Regeln in Hinblick auf die Versetzung eingeführt. So wurde die Versetzung vielfach nicht mehr an die schulischen Leistungen geknüpft«, teilten die Statistiker mit.

Die Quote ging in allen Bundesländern zurück. Am höchsten war sie, wie in den Vorjahren, in Bayern – 26.500 Schülerinnen und Schüler beziehungsweise 2,8 Prozent besuchten dort im Schuljahr 2020/2021 erneut ihre Klassenstufe. Am niedrigsten war die Quote in Berlin, hier wiederholten nur 2500 Schülerinnen und Schüler die Klassenstufe, weniger als ein Prozent. Die Versetzung wird in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich geregelt. 58 Prozent der Wiederholer waren männlich.

sun/dpa