Mögliche Gasknappheit Kultusminister wollen Schulen und Hochschulen trotz Energiekrise offen halten

Erneute Schulschließungen sind aus Sicht der Kultusminister »nicht verhandelbar«, auch nicht bei drohender Gasknappheit. So heißt es in einem Beschluss. Doch Lehrerverbände sehen noch offene Fragen.
KMK-Vereinbarung: Nach den Pandemie-Erfahrungen sollen Schulen trotz Energiekrise offen bleiben

KMK-Vereinbarung: Nach den Pandemie-Erfahrungen sollen Schulen trotz Energiekrise offen bleiben

Foto:

Eibner / IMAGO

Deutschlands Kultusminister wollen den Betrieb von Schulen und Hochschulen auch bei einer möglichen Gasknappheit aufrechterhalten. »Unser oberstes Ziel ist, dass Schulen und Hochschulen auch in einer sich zuspitzenden Energiekrise geöffnet bleiben und ihren Betrieb fortsetzen können. Das ist gerade nach den Erfahrungen aus der Pandemie unverhandelbar«, sagte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Karin Prien (CDU), am Donnerstag nach einer Schalte mit ihren Amtskollegen.

Schulen hätten auch eine stabilisierende Bedeutung für die Gesellschaft, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung . »Die Kultusministerinnen und Kultusminister der Länder bekräftigen daher, dass die Gewährleistung des Präsenzbetriebs in Schulen auch in Phasen einer kritischen Energieversorgung oberste Priorität hat.«

Energiesparmaßnahmen sollen nach dem Willen der KMK von den Schulträgern »unter Sicherstellung der Durchführung des Unterrichts« geprüft und ergriffen werden. Träger der Schulen sind meist die Kommunen. Die Heizung herunterregeln müssen die Schulen allerdings nicht. Sie sind – wie Kitas – von einer solchen Vorgabe in der seit diesem Donnerstag bundesweit geltenden Energiesparverordnung ausgenommen.

Lehrerverband mahnt konkrete Taten an

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) lobte den Beschluss, Schulen und Hochschulen als besonders schützenswerte Einrichtungen einzustufen. Insbesondere für den Schulbereich wären jedoch konkrete und transparente Leitlinien für die Temperaturregelung hilfreich, mahnte der Verband, damit es nicht zu unnötigen Konflikten komme.

»Wir erwarten, dass im Schulterschluss von Bund, Ländern und Kommunen den Worten nun auch konkrete Taten folgen«, teilt der VBE mit. Bisher unbeantwortet bleibe, wie die notwendigen Energiesparmaßnahmen mit dem regelmäßigen Lüften zur Reduktion des Infektionsrisikos im Klassenzimmer in Einklang gebracht werden könnten.

Zudem handelt es sich bei dem KMK-Beschluss um eine Absichtserklärung. Von Hochschulen gibt es durchaus Signale, aufgrund der Energiekrise im Winter vielleicht zumindest teilweise in die Distanzlehre zu wechseln.

Die KMK kündigte Gespräche mit dem Bundesbildungsministerium wegen möglicher Unterstützungsmaßnahmen für Studierende an. Die soziale Dimension der Energiekrise sei für sie besonders brisant. Die Bundesregierung arbeitet derzeit an einem weiteren sogenannten Entlastungspaket. Vertreter der Regierungsparteien hatten betont, dass auch Studierende dabei berücksichtigt werden sollen.

fok/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.