Frankreich, Russland, England Start ins neue Schuljahr - mal mit, mal ohne Maske

Soziale Distanz, Maskenpflicht, tägliches Fiebermessen: In Europa beginnt in mehreren Ländern nach monatelanger Schulschließung der Unterricht. Eltern sind besorgt, Bildungsminister versuchen zu beruhigen.
Schulbeginn in Nizza: Mit Maske

Schulbeginn in Nizza: Mit Maske

Foto: ARIE BOTBOL / Hans Lucas / imago images

In mehreren europäischen Ländern starten an diesem Dienstag wieder die Schulen. In Frankreich findet der Unterricht unter strengen Auflagen statt: Die Regierung hat eine Maskenpflicht für alle Schüler ab elf Jahren und für Lehrerinnen und Lehrer angeordnet. Ein Mindestabstand von einem Meter im Klassenzimmer wird allerdings nur empfohlen, nicht vorgeschrieben.

Viele Eltern in Frankreich blicken mit Sorge auf den Schulbeginn, weil die Infektionszahlen zuletzt wieder gestiegen waren. Eine Gruppe von Ärztinnen und Ärzten rief die Regierung auf, den Mund- und Nasenschutz bereits ab dem Alter von sechs Jahren verpflichtend zu machen. Auch in Belgien gilt eine Maskenpflicht für Erwachsene sowie für Schülerinnen und Schüler ab elf Jahren.

Eigentlich wollte der britische Premierminister Boris Johnson die Schulen bereits vor den Sommerferien wieder öffnen. Doch dies gelang ihm nicht. Nun beginnt nach den Sommerferien auch in England und Wales wieder die Schule. Das Bildungsministerium teilte mit, dass es ein "Kontrollsystem" gebe, um Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte zu schützen. Hierbei setze das Ministerium vor allem auf das Einhalten sozialer Distanz.

Kinder und Eltern sollten sich nicht längere Zeit am Eingang der Schule aufhalten, die Jahrgänge beginnen den Unterricht morgens zu verschiedenen Zeiten und Jahrgänge und Klassen sollten nicht gemischt werden, heißt es in einem Bericht der BBC.  Falls die Schülerinnen und Schüler nicht ausreichend Abstand halten können, sollten sie eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen.

Bildungsminister Gavin Williamson appellierte an die Eltern, ihre Kinder in die Schule zu schicken, sie würden sonst deren Zukunft gefährden, wie die BBC berichtet.  Lehrkräfte hatten zuvor kritisiert, dass die Regierung erst am vergangenen Freitag, also kurz vor dem Schulstart, mitgeteilt hätte, was an den Schulen getan werden solle, falls das Virus dort ausbreche.

In Russland starten 17 Millionen Kinder und Jugendliche in den Unterricht. Viele von ihnen hatten die Klassenräume das letzte Mal Ende März betreten, als die Schulen im Land wegen der Corona-Pandemie auf Fernunterricht umgestellt hatten. Auch hier beginnt der Unterricht unter strengen Vorschriften: Nach Angaben des Bildungsministeriums sollen die Schülerinnen und Schüler morgens zeitversetzt in den Schultag starten, damit es auf den Fluren nicht zum Gedränge kommt. Zudem sollen sie nicht mehr die Klassenräume wechseln.

Zu Beginn des Schultags werde bei allen Schülerinnen und Schülern die Temperatur gemessen. Sollte ein Kind oder Jugendlicher eine Körpertemperatur von mehr als 37 Grad haben, werde eine Ärztin oder ein Arzt eingeschaltet, hieß es. Bei einem Corona-Fall muss den Angaben zufolge die gesamte Klasse zu Hause bleiben. Eine Maskenpflicht im Unterricht gibt es allerdings nicht.

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In Russland sind nach offiziellen Angaben bereits mehr als 995.000 Corona-Infektionen erfasst geworden. Etwa 17.100 Menschen starben im Zusammenhang mit einer Virusinfektion. Jeden Tag kommen rund 5000 neue Fälle hinzu. Eltern befürchten deswegen, dass ihre Kinder bald schon wieder zu Hause statt im Klassenraum lernen müssen. Veranstaltungen an den Schulen wurden bereits für die nächsten Monate abgesagt.

Die spanische Bildungsministerin Isabel Celaá hatte bereits in der vergangenen Woche mitgeteilt, dass es an den Schulen in Spanien eine Maskenpflicht geben werde. Kinder ab sechs Jahren müssen demnach einen Mund-Nasen-Schutz tragen, auch wenn sie ausreichend Abstand zu ihren Mitschülern halten. Zudem soll bei Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern täglich die Temperatur gemessen werden. Celaá versicherte, dass Spanien gut auf die Schulöffnungen vorbereitet sei.  Schulen müssten wegen der Pandemie nicht mehr flächendeckend schließen, wie die Zeitung "La Vanguardia" berichtet.

kha/dpa/AFP/Reuters
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