Personalnot an Schulen In Frankreich sind zum neuen Schuljahr noch 4000 Lehrerstellen offen

Nicht jede Klasse in Frankreich hat zum Start des Schuljahrs einen Lehrer, gibt die Regierung zu. Höhere Gehälter sollen helfen, die Personalnot zu lindern. Doch Eltern treiben noch ganz andere Sorgen um.
Erster Schultag in Frankreich – mancherorts ohne Klassenlehrer

Erster Schultag in Frankreich – mancherorts ohne Klassenlehrer

Foto: Olivier Chassignole / AFP

Nach zwei Monate langen Sommerferien hat für etwa zwölf Millionen Kinder und Jugendliche in Frankreich am Donnerstag ein neues Schuljahr begonnen – teils unter dem Eindruck akuter Personalnot. Premierministerin Elisabeth Borne räumte ein, dass wegen Personalmangels manche Klassen noch keine Lehrer oder Lehrerin haben.

»Wir hätten uns gewünscht, dass jede Klasse ihren Lehrer hat. Das ist in manchen Fällen wohl nicht so«, sagte Borne am Donnerstag dem Sender France Inter. Es werde in den kommenden Tagen aber nachgebessert. Kurz vor Schulbeginn waren noch 4000 Stellen offen.

Die Regierung hatte angekündigt, auf Aushilfskräfte zu setzen. Kritiker monierten jedoch, die Ausbildung für die Aushilfslehrer sei zu kurz. Bildungsminister Pap Ndiaye hingegen betonte, 80 Prozent der Aushilfen hätten bereits unterrichtet.

Frankreich will Lehrergehälter anheben

Gewerkschaften protestieren gegen die ihrer Ansicht nach schlechten Arbeitsbedingungen von Lehrkräften in Frankreich. Dort werden Lehrerinnen und Lehrer schlechter bezahlt als im Durchschnitt der OECD-Länder. Berufsanfänger verdienen nach Angaben des Ministeriums bislang etwa 1800 Euro brutto, nach elf Berufsjahren liegt das Gehalt bei etwa 3000 Euro brutto. Ndiaye kündigte an, Berufsanfänger sollten künftig mindestens 2000 Euro netto monatlich verdienen.

Zum ersten Mal seit Beginn der Coronapandemie gibt es an Frankreichs Schulen keine Maskenpflicht mehr, lediglich Empfehlungen, etwa zum Händewaschen und regelmäßigen Lüften. Die landesweite Inzidenz liegt derzeit bei 183 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche. Die jüngste Coronawelle hatte ihren Höhepunkt Anfang Juli überschritten.

Viele Eltern sorgen sich aktuell vor allem um die gut vier Prozent gestiegenen Kosten für Schulmaterialien. Auch die Kosten für das Schulessen stiegen vielerorts. Die Region Île-de-France um Paris kündigte jedoch an, die Kantinenpreise in den weiterführenden Schulen auf dem aktuellen Niveau einzufrieren.

fok/AFP
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