»Schockierend und schändlich« Britische Regierung nach Berichten über sexuelle Gewalt an Schulen entsetzt

Frauenfeindliche Sprüche, intime Fotos, Vergewaltigungen: Großbritannien ist schockiert über Tausende Fälle sexualisierter Gewalt, von der Schülerinnen und Schüler berichten. Betroffen sind auch Elitecolleges.
Schüler am Eton College (Archivbild)

Schüler am Eton College (Archivbild)

Foto: Christopher Furlong/ Getty Images

Nach Tausenden Berichten über sexuelle Gewalt an Schulen wächst der Druck auf die britische Regierung, zu handeln. Bildungsminister Gavin Williamson nannte die Übergriffe an öffentlichen und privaten Schulen »schockierend und schändlich«. Er kündigte an, die Regierung werde »geeignete Maßnahmen« ergreifen.

Betroffen sind unter anderem Eliteeinrichtungen wie das Eton College oder das St. Paul's College, Schülerinnen und Schüler ab elf Jahren sollen missbraucht worden sein; die Übergriffe reichen von frauenfeindlichen Äußerungen über das Veröffentlichen intimer Fotos bis hin zu Vergewaltigungen, hatte die Londoner »Times«  berichtet.

Auf Twitter rief Gavin alle Opfer solcher Übergriffe auf, sich an eine Vertrauensperson zu wenden. Dies könnten »ein Verwandter, ein Freund, ein Lehrer, ein Sozialarbeiter oder die Polizei« sein. »Eine Schule, ob sie nun unabhängig oder staatlich ist, sollte niemals ein Umfeld sein, in dem sich junge Menschen nicht in Sicherheit fühlen, noch weniger ein Ort, wo sexueller Missbrauch stattfinden kann.«

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Auf der Website »Everyone's Invited«  wurden bereits etwa 10.000 Berichte von Betroffenen, häufig Mädchen, über sexualisierte Gewalt im Vereinigten Königreich gesammelt. Die heute 22-jährige Sara Soma hatte die Website bereits im Juni 2020 gestartet.

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Eltern sollen Söhne anzeigen

Durch den gewaltsamen Tod der 35-jährigen Londonerin Sarah Everard Anfang März hatte die Resonanz auf die Website noch deutlich zugenommen. Soma beklagt, dass es in Großbritannien eine »Kultur der Vergewaltigung« gebe. Sexuelle Gewalt bleibe in der Regel straffrei.

Die Londoner Polizei erklärte inzwischen, sie gehe Berichten über einige besonders schwere Vergehen nach. Der Nationale Rat der Polizeichefs (NPCC) forderte Eltern auf, ihre Söhne bei der Polizei zu melden, wenn diese sexuelle Übergriffe begangen hätten.

Eine Sprecherin der britischen Regierung sagte, die Regierung stehe mit »Everyone's Invited« in Kontakt, um den Betroffenen »Unterstützung, Schutz und Rat« zu geben.

him/AFP
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