Grundschulen Bund investiert 3,5 Milliarden Euro in Ganztagsbetreuung

Bildungschancen von Kindern sollen erhöht, Eltern entlastet werden: Die Bundesregierung stellt große Summen für die Ganztagsbetreuung bereit.
Schülerinnen und Schüler an einer Grundschule in Wiesbaden

Schülerinnen und Schüler an einer Grundschule in Wiesbaden

Foto: Arne Dedert / dpa

Das Bundeskabinett hat den Weg für zusätzliche Mittel zum Ausbau der Ganztagsbetreuung an Grundschulen frei gemacht. Dafür habe die Bundesregierung die Einrichtung eines Sondervermögens beschlossen, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert nach der Kabinettssitzung am Mittwoch in Berlin mit.

Für dieses und kommendes Jahr werde den Ländern je eine Milliarde Euro bereitgestellt, zur Hälfte vom Bundesbildungs- und Bundesfamilienministerium. Weitere Bundesmittel in Höhe von 1,5 Milliarden Euro seien bereits mit den Corona-Hilfen geflossen. Damit werden den Ländern insgesamt 3,5 Milliarden Euro an Finanzhilfen zur Verfügung gestellt.

Die Länder können die ersten 750 Millionen Euro bereits in diesem Jahr für Planungs- und Ausbaukosten verwenden, um zusätzliche Ganztagsplätze zu schaffen.

Seibert erinnerte daran, dass bis 2025 ein Rechtsanspruch auf die Ganztagsbetreuung realisiert werden solle. Ziel ist es, fünf Tage die Woche jeweils eine achtstündige Ganztagsbetreuung anzubieten, einschließlich eines verlässlichen Mittagsangebots. Zudem sollen die Kinder auch in den Ferien betreut werden können.

Etwa die Hälfte aller Grundschulkinder nutzt nach Angaben der Bundesregierung bereits ein Ganztagsangebot. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) schätzt den Bedarf allerdings auf 75 bis 80 Prozent, diese Lücke solle nun geschlossen werden. Während der Corona-Pandemie sei deutlich geworden, wie wichtig Betreuungsangebote am Nachmittag seien, sagte Giffey.

Integrationsstaatsministerin Annette Widmann-Mauz (CDU) erklärte: "Mit zusätzlichen 1,5 Milliarden Euro verbessern wir die Bildungschancen von Kindern und unterstützen Eltern bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf." Mit dem Kabinettsbeschluss würden insbesondere auch die Frauen gestärkt, die oftmals die Hauptverantwortung für die Kinderbetreuung übernähmen. Migrantinnen erhielten durch den Ausbau der Betreuungsangebote mehr Möglichkeiten für Sprachkurse oder berufliche Weiterbildungsmaßnahmen, um auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.

kha/dpa/AFP
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