Trotz Energiekrise Uni Hamburg sichert Studierenden Präsenzbetrieb zu

Nach den Einschränkungen durch Corona macht Hamburgs Unipräsident den Studierenden ein Versprechen für den Winter – der Energieversorgung zum Trotz. Für den Notfall hat die Universität drei Szenarien entwickelt.
Uni Hamburg: Einen möglichen Energieengpass gemeinsam bewältigen

Uni Hamburg: Einen möglichen Energieengpass gemeinsam bewältigen

Foto: Kerstin Bitner / Westend61 / IMAGO

Die Universität Hamburg gibt ihren Studierenden trotz Energiekrise und Coronapandemie ein Versprechen für das Wintersemester: »Der Betrieb wird in Präsenz stattfinden«, teilte die Hochschule am Mittwoch mit . Um auf eine mögliche Energieknappheit vorbereitet zu sein, habe die Hochschule jetzt eine Planung für den Gebäudebetrieb vorgelegt.

Dafür hat die Uni drei Szenarien entwickelt.

  • Bei einer normalen Versorgungslage sollen 15 Prozent Energie eingespart werden, etwa indem die Raumtemperatur um ein bis zwei Grad gesenkt wird und Leuchtmittel ausgetauscht werden.

  • Sollte die Versorgungslage kritisch werden, solle die Raumnutzung optimiert werden, etwa indem die Lehre an Standorte verlegt wird, an denen die Versorgungslage besser ist. Auch warmes Wasser könnte abgedreht werden und die Verwaltung verlagert oder ins Homeoffice geschickt werden.

  • Bei einer Notfallversorgungslage würden das vor allem die Büromitarbeiter sowie der »experimentelle Betrieb« zu spüren bekommen, sprich Homeoffice für die Verwaltung und das Schließen von Laboren oder Klimakammern. Aber auch die Bibliotheken könnten geschlossen werden und in den Uniräumen würde die Temperatur weiter runtergefahren.

»Einige Entscheidungen bei der Energieversorgung unserer Gebäude fällen wir zentral als Hochschulleitung«, sagte Unipräsident Prof. Hauke Heekeren. Gleichzeitig komme es aber auf die Studierenden, Lehrenden, Forschenden und in der Verwaltung tätigenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an. »So werden wir auch einen möglichen Energieengpass gemeinsam bewältigen, und das vor Ort, in Präsenz, an unseren Campusstandorten.«

Einer SPIEGEL-Umfrage zufolge  erwägen Bundesländer, ihre Universitäten erneut zu schließen, wenn der Betrieb wegen der Energiekrise nicht möglich wäre. Von den angefragten Ministerien legte sich einzig die Hamburger Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne) fest, dass mit ihr mehr als verlängerte Weihnachtsferien nicht zu machen seien. »Wegen der Energiekrise wird es in Hamburg keine verstärkte digitale Lehre geben.«

Wegen der bundesweit geltenden Energiesparverordnung haben bereits andere Hochschulen Einsparpläne vorgelegt – und sprechen sich ebenfalls dafür aus, dass die Lehre weiter in Präsenz stattfinden soll.

sun
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