Hamburg Vater belauscht Gespräch seiner Tochter – 1750 Euro Strafe

Er hatte sich Sorgen um die Noten gemacht: In Hamburg hörte ein Vater heimlich die Unterhaltung seiner Tochter mit ihrer Lehrerin an. Das kommt den Mann teuer zu stehen.

Ein Vater aus Hamburg muss eine Geldstrafe in Höhe von 25 Tagessätzen zu je 70 Euro zahlen, insgesamt 1750 Euro, weil er heimlich ein Gespräch seiner Tochter mit ihrer Lehrerin belauscht hat, wie die »Mopo« berichtet . In einer Verhandlung vor dem Amtsgericht Blankenese habe der Vater am Montag seinen Einspruch gegen einen entsprechenden Strafbefehl zurückgezogen, sagte demnach ein Gerichtssprecher.

Der 68-Jährige hatte seine 13 Jahre alte Tochter gebeten, während des Gesprächs mit ihrer neuen Lehrerin ihre Bluetooth-Kopfhörer eingeschaltet zu lassen. So konnte der Vater die vertrauliche Unterredung an der Schule im August vergangenen Jahres über Telefon mithören. Der Mann begründete die Abhöraktion damit, dass er sich Sorgen um die Leistungsbewertung und Integration seiner Tochter in den Klassenverband unter Corona-Bedingungen gemacht habe, wie auch die »Welt« unter Berufung auf die Nachrichtenagentur dpa berichtet.  

Unter anderem sprach die Lehrerin mit dem Mädchen darüber, dass der Vater mutmaßlich die Schulaufgaben für sie erledige und sie die Leistung deshalb nicht benoten könne, berichtet die »Mopo«. Aufgeflogen war die Abhöraktion, weil der Vater in E-Mails an die Schule offenbar wörtlich aus dem Gespräch zitiert hatte.

Die Amtsrichterin versuchte demnach mehrfach, dem Angeklagten zu erklären, dass man in einem Rechtsstaat Gespräche nicht heimlich mithören dürfe, auch nicht als Vater: »Natürlich darf eine Lehrerin mit Ihrer 13-jährigen Tochter sprechen, auch wenn Sie nicht dabei sind.«

kha
Mehr lesen über