Heidelberg Mutmaßlich antisemitische Attacke - Burschenschaft distanziert sich

Bei dem Fest einer Heidelberger Verbindung wurde ein Besucher mit jüdischen Vorfahren offenbar misshandelt und beschimpft. Nun hat die Verbindung zu dem Vorfall Stellung bezogen.
Schild der Burschenschaft "Normannia" in Heidelberg  (Symbolbild)

Schild der Burschenschaft "Normannia" in Heidelberg  (Symbolbild)

Foto: imago images

Mehrere Mitglieder der Heidelberger Burschenschaft Normannia sind nach einem offenbar antisemitischen Vorfall im Visier der Staatsanwaltschaft. Nun hat die Verbindung mit einer Einlassung  auf die Vorwürfe reagiert. Man dulde keinen Antisemitismus, heißt es darin.

Zu dem Vorfall war es laut Staatsanwaltschaft Ende August gekommen. Nachdem der Besucher einer Feier gesagt hatte, er habe jüdische Vorfahren, sollen mehrere Burschenschafter ihm mit Gürteln auf die Beine und gegen den Rücken geschlagen haben. Sie sollen ihn auch mit Münzen beworfen und antisemitisch beschimpft haben.

Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln wegen gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung gegen sieben Männer und eine Frau.

Interne Konsequenzen

Die Burschenschaft Normannia erklärte, sie kooperiere "vollumfänglich" mit den Behörden. Sollten sich die Vorwürfe gegen einzelne Mitglieder erhärten, werde man auch intern Konsequenzen ziehen.

Nach Kenntnis der Vorwürfe habe man die Auflösung der Aktivitas beschlossen. Das sind jene Mitglieder, die noch studieren. Die Burschenschaft existiert jedoch weiter, die Mitglieder mit abgeschlossenem Studium werden "Alte Herren" genannt.

Die Burschenschaft "Normannia" gibt es nach eigenen Angaben bereits seit dem Jahr 1890. Zu ihren Mitgliedern gehören laut "Rhein-Neckar-Zeitung " unter anderem der AfD-Politiker Christian Wirth und der Autor der "Jungen Freiheit" Michael Kurt Paulwitz, der für die rechtsextremen Republikaner kandidierte.

jpz/dpa