Karnataka in Indien Bundesstaat schließt Schulen nach Protesten gegen Kopftuchverbot

Muslimische Schülerinnen demonstrierten dagegen, hinduistische Männer dafür: Im Süden Indiens sind Kundgebungen wegen eines Kopftuchverbots an Schulen eskaliert.
Protest gegen das Kopftuchverbot in Neu-Delhi: Friedensnobelpreisträgerin Malala solidarisiert sich mit den Musliminnen

Protest gegen das Kopftuchverbot in Neu-Delhi: Friedensnobelpreisträgerin Malala solidarisiert sich mit den Musliminnen

Foto: Hindustan Times / IMAGO

In einem Bundesstaat im Süden Indiens sind Auseinandersetzungen um ein Kopftuchverbot in Klassenzimmern eskaliert. Seit diesem Mittwoch bleiben die meisten Schulen im Bundesstaat Karnataka bis Ende der Woche geschlossen. Auslöser war eine neue Regel an einigen Schulen, die das Tragen des islamischen Hidschābs in Klassenzimmern verbietet.

Vorwiegend muslimische Schülerinnen protestierten gegen das Verbot, vorwiegend rechte hinduistische Männer dafür. Am Dienstag seien Steine geflogen, es habe Brandstiftung gegeben und einige Polizisten hätten Knüppel eingesetzt, berichtete der Fernsehsender NDTV.

Die meisten der 1,3 Milliarden Einwohner Indiens sind Hindus, Muslime stellen mit 14 Prozent der Bevölkerung die größte Minderheit.

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Unter anderem Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai solidarisierte sich auf Twitter mit den jungen Musliminnen. »Die Versachlichung von Frauen besteht fort – wenn sie zu wenig und zu viel tragen«, schrieb Yousafzai. Die Kontroverse begann, nachdem kürzlich ein Video viral gegangen war, in dem Schülerinnen mit Hidschāb davon abgehalten wurden, in ihr Klassenzimmer zu gehen.

Inzwischen soll sich auch ein Gericht mit den Hidschāb-Verboten an den Schulen und deren Verfassungsmäßigkeit auseinandersetzen. In dem betroffenen Bundesstaat Karnataka ist die hindunationalistische Partei BJP an der Macht, die auch die Partei von Premierminister Narendra Modi ist.

sun/dpa
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