Inflation im Schulranzen Hefte und Zeichenblöcke kosten fast 14 Prozent mehr

Der Beginn des neuen Schuljahres könnte für manche Eltern teurer werden. Schuld ist unter anderem die anhaltende Papierknappheit. Auch Füller und Schulranzen steigen im Preis.
Schulhefte kosten im Schnitt 14 Prozent mehr als im Juli 2021

Schulhefte kosten im Schnitt 14 Prozent mehr als im Juli 2021

Foto: Gero Breloer/ picture-alliance/ dpa

Nicht nur Tanken, Heizen und Essen werden in Deutschland deutlich teurer, sondern auch der Schulbesuch: Für Schulmaterialien mussten Verbraucherinnen und Verbraucher im Juli teils deutlich mehr ausgeben als ein Jahr zuvor. Schulhefte und Zeichenblöcke kosteten durchschnittlich 13,6 Prozent mehr, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Die Preise zogen damit deutlicher an als die Lebenshaltungskosten insgesamt, die im selben Zeitraum um 7,5 Prozent zulegten. »Gründe für die hohe Preissteigerung bei Schulheften und Zeichenblöcken dürften unter anderem die anhaltende Papierknappheit sowie die zunehmenden Kosten in der Papierproduktion sein«, so die Statistiker.

Bei anderen Schulmaterialien fiel der Aufschlag allerdings geringer aus. So mussten für Stifte und Farbkästen sowie für Füller und Füllerpatronen 5,2 Prozent mehr bezahlt werden als noch im Juli 2021. Schulranzen verteuerten sich um 4,7 Prozent.

Verbraucherpreise insgesamt um 7,5 Prozent gestiegen

Die deutschen Verbraucher ächzen seit Monaten unter steigenden Preisen. Die Lebenshaltungskosten sind im Juli um 7,5 Prozent und im Juni um 7,6 Prozent gestiegen, nachdem teure Energie die Inflationsrate im Mai mit 7,9 Prozent auf den höchsten Stand seit fast 50 Jahren getrieben hatte. Der staatliche Tankrabatt und das 9-Euro-Ticket im Nahverkehr sorgten zuletzt für ein wenig Entlastung, doch halten Ökonomen im Herbst wegen stark steigender Gaspreise und der neuen Gasumlage zweistellige Teuerungsraten für möglich.

»Zusammen mit dem auslaufenden Tankrabatt und dem Wegfall des 9-Euro-Tickets kann der Anstieg der Gaspreise zu zweistelligen Inflationsraten im Herbst führen«, sagte der Regierungsberater und Professor für Internationale Volkswirtschaftslehre an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Jens Südekum. »Das belastet die Konjunktur erheblich. Die Industrie drosselt die Produktion, und Verbraucher fahren ihren Konsum zurück.« Eine Rezession in der zweiten Jahreshälfte sei wahrscheinlich.

olb/rtr
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