Schulschließungen Karliczek fordert zusätzliche Lernangebote für Schülerinnen und Schüler

Seit Mitte Dezember sind die Schulen weitgehend zu, regulärer Unterricht fällt aus. Bildungsministerin Karliczek hat eine Idee, wann und wie der versäumte Stoff nachgeholt werden sollte.
Lernspiel im Distanzunterricht (Symbolbild)

Lernspiel im Distanzunterricht (Symbolbild)

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OLI SCARFF/ AFP

Weil durch die Schulschließungen im Corona-Lockdown viel regulärer Unterricht ausfällt, fordert Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) zusätzliche Lernangebote für Schülerinnen und Schüler. Die Länder sollten diese Angebote schaffen, denn es sei damit zu rechnen, dass die Schulschließungen zu »Rückständen im Lernstoff« führten, sagte Karliczek den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Deshalb müssten in allen Ländern Angebote vorbereitet werden, um den versäumten Lernstoff nachzuholen.

Die Angebote sollen vor allem jenen Schülerinnen und Schülern gemacht werden, die »unter schwierigen sozialen und finanziellen Bedingungen aufwachsen«, forderte die CDU-Politikerin. Aber auch anderen Gruppen sollten solche Angebote unterbreitet werden. In einem Brief an die Kultusministerinnen und -minister sagte Karliczek nach Informationen der Funke-Blätter finanzielle Unterstützung für solche Lernangebote zu.

Diese Hilfen sollen demnach über das Bundesprogramm »Kultur macht stark« geleistet werden, das sich in erster Linie an bildungsbenachteiligte Schülerinnen und Schüler richtet. Für den Zeitraum 2018 bis 2022 stünden für dieses Programm 250 Millionen Euro zur Verfügung, zitierten die Zeitungen aus dem Schreiben.

Karliczek schlug etwa Lernprogramme in den Ferien vor, wie sie einige Länder bereits nach den Schulschließungen im vergangenen Jahr eingerichtet hatten. Allerdings wäre es laut Karliczek auch gut, wenn es solche Angebote parallel zum Schulbetrieb gebe – »sofern dieser überhaupt unter den Bedingungen der Pandemie realisierbar ist«.

Die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz (KMK), Britta Ernst (SPD), hatte ihrerseits am Montag die Schulen aufgefordert, Programme während der Sommerferien anzubieten. Damit solle wegen des Corona-Lockdowns versäumter Lernstoff nachgeholt werden, sagte Ernst der Düsseldorfer »Rheinischen Post«. Auch sollten so die Eltern entlastet werden, »weil viele bis zum Sommer ihre Urlaubstage aufgebraucht haben werden und nicht mit ihren Kindern verreisen können«.

Seit Mitte Dezember sind in Deutschland im Rahmen des sogenannten harten Lockdowns die Schulen weitgehend geschlossen. Einzelne Länder weichen davon jedoch teilweise ab.

fok/AFP/dpa
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