Route in Österreich zu schwierig 99 Schüler und 8 Lehrer mit Hubschraubern aus Bergnot gerettet

Die Lehrer gingen von einer einfachen Wanderung aus, doch die Route erforderte Schwindelfreiheit. Einzelne Schüler gerieten in Panik – alle 107 Personen wurden schließlich gerettet.
Schüler und eine Lehrergruppe im österreichischen Kleinwalsertal: Die Tour war in den offiziellen Wanderführern nicht mehr ausgeschrieben

Schüler und eine Lehrergruppe im österreichischen Kleinwalsertal: Die Tour war in den offiziellen Wanderführern nicht mehr ausgeschrieben

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Landespolizeidirektion Vorarlberg / dpa

Mehr als 100 Schüler und Lehrer aus Deutschland sind im österreichischen Kleinwalsertal aus Bergnot gerettet worden. In einer früheren Version dieser Meldung hieß es, alle Betroffenen seien mit Hubschraubern gerettet worden. Doch laut Polizeiangaben wurden etwa 70 Mitglieder der Gruppe von zwei Hubschraubern mit Seilen geborgen, die anderen stiegen von Bergrettern begleitet ab.

Die 99 Jugendlichen im Alter von 12 bis 14 Jahren und acht Lehrer aus dem Raum Ludwigshafen waren am Dienstag auf einer für ihre Ausrüstung und Fähigkeiten zu schwierigen Route unterwegs, wie die Polizei Vorarlberg in der Nacht zum Mittwoch mitteilte . Die Lehrer hätten die Route aufgrund von irreführenden Informationen aus dem Internet ausgesucht.

Boden nass und rutschig

Im Netz sei die Route als »klassische Feierabendrunde« beschrieben worden, erklärte die Polizei. »Tatsächlich ist der schmale Heuberggrat ein teilweise ausgesetzter Weg mit Kletterpassagen, der Schwindelfreiheit, Trittsicherheit sowie Erfahrung im alpinen Gelände erfordert.« Deswegen sei die Tour in den offiziellen Wanderführern nicht mehr ausgeschrieben. Zudem sei der Boden nass und rutschig gewesen.

Als sich ein Teil der Gruppe zum Umkehren entschied, rutschten zwei Schüler ab und verletzten sich leicht. Da einzelne Schüler daraufhin in Panik gerieten, setzten die Lehrer einen Notruf ab. Alle 107 Personen wurden daraufhin mit zwei Hubschraubern auf einen nahe gelegenen Forstweg gebracht, wie der Bürgermeister von Mittelberg, Andi Haid, sagte.

Neben den zwei Leichtverletzten waren mehrere Schüler »erschöpft, unterkühlt, durchnässt und völlig aufgelöst«, wie die Polizei mitteilte.

sun/dpa
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