Flucht vor dem Krieg Deutschlands Schulen haben fast 200.000 ukrainische Kinder aufgenommen

Der Krieg in ihrer Heimat hört nicht auf, und so steigt die Zahl der ukrainischen Kinder und Jugendlichen in deutschen Klassenzimmern. Lehrerverbände weisen auf Probleme hin.
Ein ukrainischer Schüler in Sachsen schreibt Vokabeln in sein Deutschheft

Ein ukrainischer Schüler in Sachsen schreibt Vokabeln in sein Deutschheft

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Waltraud Grubitzsch / dpa

Während in ihrem Heimatland Krieg herrscht, müssen sie sich im deutschen Schulalltag einrichten: 193.141 Kinder und Jugendliche aus der Ukraine sind seit Beginn des russischen Angriffskrieges an den Schulen in Deutschland aufgenommen worden. Das waren 2242 mehr als in der Vorwoche, wie die Kultusministerkonferenz (KMK) mitteilte.

Die Bundesländer melden die Zahlen wöchentlich an die KMK. Die meisten Schülerinnen und Schüler sind demnach in Nordrhein-Westfalen (36.558), Bayern (29.014) und Baden-Württemberg (26.573) untergekommen. Nach den Sommerferien waren die Zahlen wegen neuer Anmeldungen bundesweit noch mal nach oben gegangen. Insgesamt gibt es in Deutschland etwa elf Millionen Schülerinnen und Schüler.

Lehrergewerkschaften beklagen Personalmangel und Raumnot

Die Aufnahme der ukrainischen Kinder stellt Deutschlands Schulsystem, das schon vor dem Ukrainekrieg unter einer massiven Personalnot litt, vor eine zusätzliche Herausforderung.

Für die vielen an Schulen und Kitas angemeldeten ukrainischen Kinder und Jugendlichen fehlten pädagogische Fachkräfte und geeignete Räume, mahnt die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). »Aktuell warten schulpflichtige Kinder deshalb häufig monatelang auf einen Platz in der Schule, oder sie erhalten nur ein eingeschränktes Bildungsangebot«, sagte die Vorsitzende Maike Finnern. »Das erschwert die Integration der geflüchteten Kinder und Jugendlichen massiv.«

Laut Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, decken die Ukrainerinnen und Ukrainer, die an deutschen Schulen arbeiten oder aushelfen, nur einen Bruchteil des Bedarfs ab. Eine Umfrage in den Bundesländern hatte im September ergeben, dass in Deutschland bisher etwa 2700 Lehr- und Hilfskräfte aus der Ukraine beschäftigt sind.

fok/dpa
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