Warnung der Lehrergewerkschaften zum Schulanfang Bundesweit fehlen bis zu 40.000 Lehrkräfte

Drei Lehrerverbände schlagen Alarm: Der Unterrichtsausfall durch fehlende Lehrkräfte sei dramatisch, Zehntausende Stellen in den Schulen könnten zum Beginn des Schuljahrs nicht besetzt werden.
»Echte Lücke von mindestens 30.000, vielleicht sogar bis zu 40.000 unbesetzten Stellen«: Lehrerin bei der Arbeit (in Recklinghausen)

»Echte Lücke von mindestens 30.000, vielleicht sogar bis zu 40.000 unbesetzten Stellen«: Lehrerin bei der Arbeit (in Recklinghausen)

Foto: Marcel Kusch/ picture alliance / dpa

Zum Schuljahresanfang fehlen in allen Bundesländern zusammen bis zu 40.000 Lehrerinnen und Lehrer. Das schätzt der Deutsche Lehrerverband. Die Unterrichtsversorgung habe sich in allen Bundesländern verschlechtert, sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger der Deutschen Presse-Agentur. »Bundesweit gehen wir von einer echten Lücke von mindestens 30.000, vielleicht sogar bis zu 40.000 unbesetzten Stellen aus«, sagte Meidinger.

Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) warnt vor einem Notstand in den Schulen. Das Problem, Stellen nicht mit voll ausgebildeten Lehrkräften besetzen zu können, habe sich »im Vergleich zum Vorjahr noch einmal deutlich verschärft«, sagte die GEW-Vorsitzende Maike Finnern.

Tatsächlich verlief der Schulstart nach den Sommerferien in mehreren Bundesländern eher holprig. So sind in Nordrhein-Westfalen nach Angaben des Schulministeriums aktuell knapp 4400 Planstellen für Lehrerinnen und Lehrer nicht besetzt . In einigen Regionen ist die Situation dabei besonders dramatisch: In Duisburg waren in den ersten Tagen des neuen Schuljahres rund 700 Schülerinnen und Schüler ohne Schulplatz, in Gelsenkirchen wurde an allen Grundschulen der Unterricht um eine Stunde pro Woche gekürzt.

Auch Berlin hat etlichen Problemen zum Schulstart zu kämpfen, unter anderem machen marode Schulgebäude den Verantwortlichen Sorgen. »Der bundesweite Lehrkräftemangel macht uns zusätzlich zu schaffen«, sagt Bildungssenatorin Astrid-Sabine Busse. Nach Angaben der Bildungsverwaltung lag der Einstellungsbedarf bei 2645 unbefristeten Vollzeitstellen, der Senatorin zufolge waren zuletzt noch 875 Stellen offen – bei insgesamt mehr als 34.000 Lehrkräften. Etliche der neu eingestellten Lehrerinnen und Lehrer sind Quereinsteiger ohne reguläres Lehramtsstudium.

»Unterrichtsausfall gleich zu Beginn des Schuljahres ist bereits Tatsache, größere Lerngruppen, Zusammenstreichen von Förderangeboten, Kürzung der Stundentafel und so weiter sind an der Tagesordnung«, bestätigte Udo Beckmann, der Vorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung (VBE).

him/dpa
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