Lehrermangel in Deutschland Kultusminister rechnen mit »durchgehenden Engpässen« bis 2030

Lehrermangel dürfte in Deutschland ein Problem bleiben – das geht aus den aktuellsten Modellrechnungen der Kultusminister hervor. Gebraucht werden demnach vor allem Mathematik-, Chemie-, Physik- und Musiklehrer.
Schule in Niedersachsen (Archivbild)

Schule in Niedersachsen (Archivbild)

Foto: Julian Stratenschulte/ picture alliance / dpa

Viele Schulen in Deutschland dürften in den kommenden Jahren weiterhin mit einem Lehrermangel zu kämpfen haben. Wie aus den am Freitag von den Kultusministern der Länder vorgelegten aktuellsten Modellrechnungen bis 2030 hervorgeht, bleibt die Lage vor allem im Sekundarbereich I – also oberhalb der Grundschule – angespannt. Hier wird mit »durchgehenden Engpässen« gerechnet.

Gebraucht werden demnach vor allem Mathematik-, Chemie-, Physik- und Musiklehrer. Die Lücke im Sekundarbereich I wird sich den Prognosen zufolge aber zumindest verkleinern, von jetzt 4770 auf 1300 fehlende Lehrkräfte im Jahr 2030. Auch an Berufsschulen wird mit einem jährlichen Unterangebot von im Schnitt fast tausend Lehrern gerechnet.

Einen Lehrerüberschuss gibt es dagegen an Gymnasien. Hier gehen die Kultusminister von einem deutschlandweiten Überangebot von durchschnittlich 2200 Lehrkräften pro Jahr aus. In den Grundschulen fehlen derzeit noch durchschnittlich 1700 Lehrkräfte pro Jahr, ab 2025 wird allerdings mit einer Trendumkehr hin zu einem Überangebot ausgegangen.

Insgesamt gibt es in Deutschland rund 40.000 Schulen und Berufsschulen, elf Millionen Schülerinnen und Schüler und mehr als 800.000 Lehrkräfte. Als Hauptursachen für den Lehrermangel werden veränderte Geburtenzahlen und die Zuwanderung genannt.

Britta Ernst zur neuen KMK-Präsidentin gewählt

Die scheidende KMK-Präsidentin und rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) sagte, die Länder ergriffen schon jetzt vielfältige Maßnahmen zur Steigerung der Zahl der Lehrkräfte. Manche davon, wie die Erhöhung der Studienplätze, würden aber erst in einigen Jahren Wirkung entfalten können.

Die Kultusministerkonferenz wählte am Freitag die brandenburgische Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) zur Nachfolgerin Hubigs. Diese sagte, sie sei sich sicher, dass ihre Kollegin die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit der Länderminister im kommenden Jahr weiterführen werde. »Auch sie steht vor vielen Herausforderungen, es wird kein einfaches Jahr«, so Hubig mit Blick auf die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen auf die Schulen. Der Vorsitz in der Kultusministerkonferenz sei »ein schönes und ein anstrengendes Amt«.

wit/dpa
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