Philologenverband Lüften gegen Corona - Schulkinder sollen sich "warm anziehen"

Konsequente Belüftung hilft gegen die Verbreitung des Coronavirus - doch wie soll das im Winter gehen? Laut Philologenverband werden Mützen, Schals und Decken in Klassenzimmern bald Standard.
Schulkinder (Symbolbild): Richtiges Lüften ist "das A und O"

Schulkinder (Symbolbild): Richtiges Lüften ist "das A und O"

Foto: Frank Molter/ dpa

Die kalte Jahreszeit naht - und damit kommen ganz neue Probleme bei der Bekämpfung des Coronavirus auf die Deutschen zu. Unter anderem stellt sich die Frage nach dem regelmäßigen Lüften, das helfen kann, eine weitere Verbreitung der Viren zu verhindern. Im Sommer war diese Vorgabe etwa an Schulen noch vergleichsweise einfach umzusetzen. Doch wie sieht das im Herbst und vor allem im Winter aus?

Schüler und Schülerinnen werden nach Angaben des Deutschen Philologenverbands in den kommenden Monaten in den Klassenzimmern häufig ihre Mützen, Schals und Jacken anbehalten und sich mit Decken warmhalten müssen.

Richtiges Lüften sei "das A und O", um das Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus möglichst gering zu halten, sagte Verbandschefin Susanne Lin-Klitzing der "Bild"-Zeitung (Montagsausgabe). Deshalb müssten sich Lehrer und Schüler auch im Klassenzimmer "dick anziehen".

"Für die kalten Monate werden jetzt Pullover, Schals und Decken zur Grundausstattung der Schülerinnen und Schüler gehören", so Lin-Klitzing. Lehrer und Schüler müssten dabei auf das "Zwiebelprinzip" setzen - also während des Unterrichts ihre warme Kleidung zunächst anbehalten und sie dann nach dem Lüften eventuell "nach und nach ausziehen".

Den Kultusministern der Bundesländer warf die Chefin des Philologenverbands vor, zu spät mit den Planungen für die kalten Monate begonnen zu haben. "Sonst hätten die Schulen beispielsweise auch Plexiglasscheiben zwischen den Schülern aufstellen können", sagte sie.

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Vorgaben: Alle 20 Minuten müssen die Fenster aufgemacht werden

Die Kultusminister hatten sich zuletzt auf regelmäßiges Lüften geeinigt: Alle zwanzig Minuten sollen Lehrer während des Unterrichts stoßlüften, also für fünf Minuten die Fenster aufreißen. In den Pausen soll Durchzug herrschen, sogenanntes Querlüften, damit Aerosole nach draußen gepustet werden und die potenzielle Virenlast im Klassenraum sinkt.

Den Pädagogen wurden "Handreichungen zum Lüften" versprochen. Lehrer- und Elternverbände reagierten konsterniert auf diese Ankündigung. Allein aufgrund baulicher Mängel sei es gar nicht möglich, überall richtig zu lüften. Es seien "noch viele Fragen offen", hieß es zuletzt in einer gemeinsamen Mitteilung von Lehrergewerkschaften und Bundeselternrat.

jok/AFP