Sexualkunde Streit über Schul-Aufklärungsbuch in Myanmar

Dürfen in einem Aufklärungsbuch Teenager vorkommen, die Sex haben? Und schwule Lehrer? Darüber ist in Myanmar eine Debatte entbrannt. Jetzt macht die Regierung das Schulbuch zur Chefsache.
Jugendliche in Myanmar: Wer sich so kleidet, wird in dem konservativen Land oft wegen angeblicher "Dekadenz" angefeindet (Archivbild)

Jugendliche in Myanmar: Wer sich so kleidet, wird in dem konservativen Land oft wegen angeblicher "Dekadenz" angefeindet (Archivbild)

Foto: Khin Maung Win/ AP

Liebesbeziehungen von Teenagern, Prostitution und schwuler Sex - Themen, um die es im Aufklärungskapitel eines neuen Schulbuchs in Myanmar geht. Doch so viel Offenheit sorgt für Proteste in dem konservativen, buddhistischen Land, in dem manche Sexualpraktiken verboten sind.

So macht das Buch Schlagzeilen, bevor es überhaupt in einem Klassenzimmer zum Einsatz gekommen ist. Bilder von Textstellen gehen gerade auf den sozialen Netzwerken viral - in einem Land, in dem Aufklärungsunterricht zwar schon jahrelang im Lehrplan steht, das Thema aber vielen Lehrern zu unangenehm ist, um es zu behandeln, wie Kritiker sagen.

Inzwischen gab die Regierung bekannt, dass sie sich das Buch nochmals genauer anschauen wolle, um mögliche Änderungen vorzunehmen. Die Debatte begann, als Textstellen des Buchs, die sich mit sexueller Aufklärung beschäftigen, im Mai erstmals auf Facebook auftauchten. Darin geht es etwa um einen schwulen Lehrer, der sorgsam darauf achtet, Kondome zu verwenden.

Das Thema erhitzt in Myanmar die Gemüter: Buddhistische Mönche, die in der tief religiösen Gesellschaft großes Ansehen genießen, bezeichneten die Textstellen als "Schmutz". Ein Arzt, der sich daraufhin über die Mönche lustig machte, wurde attackiert und zu 21 Monaten Gefängnis verurteilt - wegen Religionsbeleidigung.

him/dpa
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