Coronakrise und neue Aufgaben Sachsen hebt Abiturnoten in Mathematik an

Das Mathe-Abi in Sachsen ist auffällig schlecht: Die Prüflinge kamen nur auf einen Schnitt von 3,1. Das Bildungsministerium hebt die Noten nun an - mit der Corona-Pandemie hat das aber wohl nur am Rande zu tun.
Abiturienten in Sachsen: Im Mathe-Leistungskurs kamen die Prüflinge im Schnitt nur auf die Note 3,1 - im Vorjahr lag der Durchschnitt noch bei 2,5

Abiturienten in Sachsen: Im Mathe-Leistungskurs kamen die Prüflinge im Schnitt nur auf die Note 3,1 - im Vorjahr lag der Durchschnitt noch bei 2,5

Foto: Robert Michael/ dpa

Klagen über ein zu schwieriges Abitur gebe es zwar in jedem Jahr, doch in den vergangenen Wochen hätten sie eine neue Qualität erreicht: Erstmals hätten sich nicht nur Eltern und Schüler über die Mathe-Aufgaben beschwert, teilte das Sächsische Kultusministerium nun mit - sondern auch Lehrkräfte.

Das Ministerium erhob also den Notendurchschnitt, um der Sache auf den Grund zu gehen, und stellte eine deutliche Verschlechterung fest. Im Leistungskurs kamen die Prüflinge im Schnitt nur auf die Note 3,1 - im Vorjahr lag der Durchschnitt noch bei 2,5.

Kultusminister Christian Piwarz zieht nun Konsequenzen. Die Mathe-Noten würden um einen Punkt angehoben, teilte er mit. Zum Vergleich: Neun Punkte auf der Bewertungsskala der Oberstufe entsprechen den Schulnote 2,9 bis 3,1, zehn Punkte den Noten 2,6 bis 2,8.

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Die Entscheidung hat offenbar nur am Rande mit der Coronakrise zu tun. Sachsen habe in diesem Jahr mehr Aufgaben unverändert aus dem gemeinsamen Aufgabenpool der Länder übernommen, weshalb die Prüflinge mit ungewohnten Formulierungen zu tun gehabt hätten, heißt es. Die neuen Anforderungen an die Prüfungsvorbereitung habe das Ministerium aber offenbar nicht ausreichend kommuniziert, so die selbstkritische Einschätzung.

Zudem hätten die Lehrkräfte die Abiturienten mit Beginn der Krise nicht mehr so gut unterstützen und vorbereiten können. Piwarz sagte, er wolle zu seinem Wort stehen, dass den Schülerinnen und Schülern keine Nachteile dadurch entstehen, dass die Abi-Prüfungen trotz Corona wie geplant stattgefunden haben.

Schon kurz nach der Einführung von Corona-Schutzmaßnahmen im März hatten die Kultusminister entschieden, dass das Abi trotzdem geschrieben werden soll. Schülerinnen und Schüler in mehreren Bundesländern forderten in Petitionen ein sogenanntes Durchschnittsabitur. Doch letztlich fanden die Prüfungen überall statt.

Die in Sachen Abitur weitgehend machtlose Bundesbildungsministerin Anja Karliczek forderte allerdings Milde: Sollte der Abiturdurchschnitt in diesem Jahr schlechter ausfallen als sonst, sollte man über eine Aufwertung der Noten reden.

sun
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