Umfrage Jedes dritte Kind meidet Schultoilette

Trotz Corona-Pandemie mangelt es an Hygiene auf Deutschlands Schultoiletten. Einer Umfrage zufolge bereitet das vielen Eltern Sorge. Denn: Kinder scheuen demnach den Gang zum Klo grundsätzlich.
Lernen unter prekären Bedingungen: Eine normale deutsche Schultoilette im Jahr 2020

Lernen unter prekären Bedingungen: Eine normale deutsche Schultoilette im Jahr 2020

Foto: Michelle Shinners / Getty Images

Jeder und jede kennt diesen Geruch auf Schultoiletten, man muss ihn nicht beschreiben. Er ist seit Jahrzehnten gleich, egal welches Baujahr das Gebäude hat. Da scheint sich wenig getan zu haben, auch in Zeiten von Corona nicht.

Denn jedes dritte Kind in Deutschland scheut aktuell den Gang auf die Schultoilette: Rund 36 Prozent der befragten Eltern erklärten in einer Forsa-Umfrage, aus der die »Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung« zitiert , dass ihr Kind wegen mangelnder Hygiene nicht gern auf die Schultoilette geht.

Dabei berichten Väter und Mütter aus Hessen, NRW und Rheinland-Pfalz häufiger von Problemen als Eltern aus Bayern und Baden-Württemberg. Lediglich ein Viertel der Eltern bescheinigt der Schule ihres Kindes, »sehr sauber« zu sein. Fast zwei Drittel der Eltern (61 Prozent) äußerten die Ansicht, dass die Schulen gründlicher und häufiger gereinigt werden sollten.

Aus der Erhebung geht zudem hervor, dass jede vierte Mutter und jeder fünfte Vater sich »eher« oder »sehr« Sorgen machen, dass sich ihr Kind wegen mangelnder Hygiene in der Schule mit Corona infizieren könnte.

»Im Zuge der Coronakrise reden alle über die neue Relevanz von Hygiene und Sauberkeit«, sagte Thomas Dietrich, der Bundesinnungsmeister des Gebäudereiniger-Handwerks. »Aber da, wo es wirklich wichtig wäre – bei Kindern und Schule – klafft eine ernüchternde Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit.«

Nach erstem Lockdown zusätzliche Putzschicht – dann kam die Rechnung

Angesichts der Corona-Pandemie seien viele Schulen zwar mit Seifenspendern und Handdesinfektionsmitteln ausgerüstet worden, mancherorts sei eine zusätzliche Putzschicht eingeführt worden – »aber das war nach dem ersten Lockdown«, sagt der Reinigungsunternehmer Holger Eickholz der Zeitung. Danach hätten die Kommunen die höheren Rechnungen gesehen. »Man versucht, das jetzt wieder ziemlich runterzufahren, insofern war das ein Strohfeuer«, sagte Eickholz.

Für die repräsentative Umfrage im Auftrag des Bundesinnungsverbandes des Gebäudereiniger-Handwerks befragten Forsa-Mitarbeiter im Oktober und November 1025 Menschen, die schulpflichtige Kinder haben. Die Fragen waren vorher mit der »FAS« abgestimmt.

yes/AFP
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