Masken im Unterricht und Warnstufen Schulen starten mit neuen Corona-Auflagen

Nach zwei Wochen Herbstferien geht in mehreren Bundesländern der Unterricht wieder los. Schüler und Lehrer müssen sich auf verschärfte Regeln einstellen - und auf Lernen im Schichtsystem.
Unterricht mit Maske: Mehrere Bundesländer verschärfen die Regeln (Symbolbild)

Unterricht mit Maske: Mehrere Bundesländer verschärfen die Regeln (Symbolbild)

Foto: Gregor Fischer / dpa

Wenn an diesem Montag in mehreren Bundesländern die Schule wieder losgeht, steht ein Thema ganz oben auf der Agenda: Schüler und Lehrer müssen sich mit neuen, teils strengeren Corona-Regeln auseinandersetzen. Das betrifft vor allem die Maskenpflicht, teils aber auch eine mögliche Rückkehr zum Unterricht im Schichtsystem. Der Überblick.

In Nordrhein-Westfalen müssen Schülerinnen und Schüler ab der 5. Klasse auch im Unterricht wieder eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Die Landesregierung hatte diese nach den Sommerferien als erstes Bundesland eingeführt, später wieder ausgesetzt - und greift nun erneut darauf zurück. Die Maskenpflicht soll bis zu den Weihnachtsferien gelten.

In Rheinland-Pfalz soll die Maskenpflicht erst bei Corona-Warnstufe Rot auf den Unterricht ausgeweitet werden. Warnstufe Rot gilt bei mindestens 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen.

Im Saarland ist die Maskenpflicht im Unterricht bereits für alle Schülerinnen und Schüler ab der 10. Klasse verpflichtend.

Niedersachsen und Bremen dagegen verzichten auf eine Maskenpflicht im Unterricht. Die Maske wird für Schüler ab der 5. Klasse empfohlen, wenn ihre Schule in einem Corona-Hotspot liegt.

Rückkehr zum "hybriden Lernen"?

In Brandenburg gilt nach den Herbstferien ebenfalls eine strengere Maskenpflicht. Schüler müssen sie überall im Schulgebäude tragen, aber nicht im Unterricht und auf dem Pausenhof.

Berlin dagegen schreibt die Maske im Unterricht für Schüler der Oberstufe sowie aller Berufsschulen und Oberstufenzentren vor. In den ersten Tagen nach den Herbstferien soll zudem ein Stufenplan greifen: Abhängig von den lokalen Fallzahlen ist darin eine Rückkehr zum sogenannten hybriden Lernen vorgesehen. Also Unterricht im Schichtsystem und ein Wechsel aus Fern- und Präsenzunterricht.

Vorgesehen sind vier nach Farben gekennzeichnete Stufen, die jeweils besondere Maßnahmen für den Schulbetrieb und Hygieneschutz vorgeben:

  • Grün steht für Regelunterricht

  • Gelb sieht Regelunterricht mit verstärkten Hygienevorkehrungen vor. In der Oberstufe etwa gilt die Mund-Nasen-Pflicht dann auch im Unterricht.

  • Orange bedeutet Regelbetrieb mit weitergehenden Vorschriften: etwa Maskenpflicht in der gesamten Schule und auch unter Überdachungen im Freien. Außerunterrichtliche Förderung, also beispielsweise klassenübergreifende Sprachkurse oder Begabtenförderung, findet eingeschränkt statt. Arbeitsgemeinschaften oder Religionsunterricht, wo sich feste Gruppen mischen, finden gar nicht statt.

  • Rot heißt "Unterricht im Alternativszenario", also ein Mix aus Lernen zu Hause und Präsenzunterricht. Klassenverbände oder Lerngruppen werden geteilt und nur noch als feste Gruppen betreut.

Die mögliche Rückkehr zum Unterricht im Schichtsystem ist seit Wochen Streitthema. Während die Kultusminister das Festhalten am Präsenzunterricht zur "obersten Priorität" erklärt haben, kritisieren einige Eltern- und Lehrerverbände, dies dürfe nicht "auf Teufel komm raus" passieren.

Sie fordern mehr Infektionsschutz an Schulen , etwa durch das Einhalten von Abstandsregeln auch im Klassenraum. Das ist an den meisten Schulen nur mit der Rückkehr zu Unterricht in kleineren Gruppen und "hybridem Lernen" möglich.

"Letztlich unverantwortlich"

Von der Schulleitervereinigung Nordrhein-Westfalen hieß es etwa, die bisherigen Maßnahmen seien "zu kurz gegriffen und letztlich unverantwortlich". Das Kultusministerium NRW habe es "auch in diesen Ferien nicht vermocht, weitergehende und konstruktive Überlegungen anzustellen". Die Schulen würden in den "kritischen nächsten Wochen allein gelassen".

Einig sind sich Eltern und Lehrkräfte in diesem Punkt allerdings nicht. Initiativen wie "Familien in der Krise" oder "Kinder brauchen Kinder" lehnen den Unterricht im Schichtsystem zum jetzigen Zeitpunkt als "unverhältnismäßig"  ab.

fok/dpa
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