Startchancen-Programm Bund will eine Milliarde Euro im Jahr in Brennpunktschulen stecken

Zusätzliche Sozialarbeiter und eine bessere Infrastruktur: Mit dem Startchancen-Programm will Bundesbildungsministerin Stark-Watzinger Schulen in schwierigen Lagen mit einer Milliarde Euro pro Jahr unterstützen.
Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger

Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger

Foto:

Michael Kappeler / dpa

Das Startchancen-Programm  gilt als Prestigeprojekt von Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger: Rund 4000 Schulen in schwierigen sozialen Lagen sollen zusätzliche Unterstützung vom Bund bekommen. Nun hat die FDP-Politikerin bekannt gegeben, wie viel Geld ihr Ministerium investieren möchte: etwa eine Milliarde Euro pro Jahr.

Gleichzeitig erwarte sie, sagte Stark-Watzinger, »dass sich die Länder in gleicher Weise finanziell beteiligen«. Die gemeinschaftliche Finanzierung von Bund und Ländern in Bildungsprogrammen sorgt immer wieder für Konflikte.

Vom Startchancen-Programm soll etwa jede zehnte Schule im Land profitieren und darüber unter anderem zusätzliche Sozialarbeiter und eine bessere Infrastruktur bekommen. Gefördert werden sollen Schulen »in besonders schwierigem Umfeld«. Damit soll dem Problem begegnet werden, dass Bildungserfolg stark von der sozialen Herkunft abhängt. Das Programm soll eine Laufzeit von zehn Jahren haben und wissenschaftlich begleitet werden.

SPD: Programm soll ein Jahr früher starten

Geplant ist ein Start mit dem Schuljahr 2024/25. Die Opposition kritisiert, dass dies zu spät sei. Auch die SPD-Bundestagsfraktion fordert in einem aktuellen Positionspapier , das Programm solle ein Jahr früher starten als vom FDP-geführten Ministerium anvisiert.

Zwischen Bund und Ländern laufen noch Verhandlungen unter anderem darüber, nach welchen Kriterien die Schulen ausgewählt werden sollen und wie das Geld auf die Länder verteilt wird. Auch genaue Summen zum finanziellen Umfang wurden bisher offiziell nicht genannt.

FDP-Chef Linder spricht von »Bildungsmilliarde«

FDP-Chef Christian Lindner hatte vor zwei Wochen beim Dreikönigstreffen der Liberalen in Stuttgart das Wort »Bildungsmilliarde« ins Spiel gebracht. Das Land müsse mehr tun für Bildung und für Forschung. »Damit das wirklich einen Unterschied macht, brauchen wir in den nächsten Jahren in jedem Jahr eine zusätzliche Bildungsmilliarde«, hatte er gesagt. »Das ist eine Größenordnung, die macht einen Unterschied«, sagte Stark-Watzinger.

olb/kha/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.