Filmpreis für den Nachwuchs Ein Studenten-Oscar geht nach Deutschland

"Nein, nie im Leben": Pascal Schelbli konnte es kaum glauben, als er von der Auszeichnung mit dem Studenten-Oscar erfuhr. Für ihn sei das wie eine Mondlandung, sagte der Nachwuchs-Regisseur.
Der Oscar als Trophäe: Wer einen Studenten-Oscar bekommt, darf auch am Oscar-Wettbewerb 2021 mitmachen (Symbolbild)

Der Oscar als Trophäe: Wer einen Studenten-Oscar bekommt, darf auch am Oscar-Wettbewerb 2021 mitmachen (Symbolbild)

Foto: Li Rui / imago images / Xinhua

Nachwuchs-Regisseur Pascal Schelbli von der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg ist zusammen mit 17 Studenten aus aller Welt mit einem Studenten-Oscar ausgezeichnet worden. Erstmals in der Geschichte der seit 1972 verliehenen Preise fand die Ehrung Corona-bedingt in einer virtuellen Zeremonie statt. Die Oscar-Akademie in Beverly Hills veröffentlichte anschließend ein gut halbstündiges Video mit Filmausschnitten und Dankesreden der Preisträger.

Der Kurzfilm "The Beauty" von Pascal Schelbli war der Sieger in der Sparte Animation im internationalen Wettbewerb. Schelbli zeigte sich völlig überrascht, als ihm die Nachricht von der Akademie in einer Videoschalte übermittelt wurde: "Nein, nie im Leben!", rief er aus. Dieses Ziel zu erreichen, den Studenten-Oscar zu bekommen, sei wie eine Mondlandung, freute sich der Regisseur, der 1987 in der Schweiz geboren wurde.

"The Beauty" - Denkanstoß für die Natur

In seinem vier Minuten langen Kurzfilm zeigt Schelbli eine auf den ersten Blick idyllische Unterwasserwelt mit Fischschwärmen und Meeresfauna, die aber bei genauem Hinsehen mit Plastikmüll versetzt ist. "Es ist so wichtig, die Natur am Leben zu erhalten", sagte der Regisseur. Er wolle mit "The Beauty" einen Denkanstoß geben.

Filmemacher wie Spike Lee ("Malcom X"), Lulu Wang ("The Farewell"), Trickfilmzeichner Glean Keane und der mexikanische Komiker Eugenio Derbez ("Overboard") präsentierten die 47. Vergabe der Studenten-Oscars. Bereits im September hatte die Filmakademie die Gewinner benannt. Mehr als 750 Mitglieder stimmten über die Preisträger in sieben Kategorien ab.

In diesem Jahr hatten 207 amerikanische und 121 internationale Hochschulen knapp 1500 Beiträge eingereicht. Auch Beiträge aus Estland, Norwegen, Belgien und Mexiko holten Trophäen. Die Gewinner können mit ihren Filmen nun auch beim Oscar-Wettbewerb im Jahr 2021 mitmachen.

Studenten-Oscars gingen schon häufiger an Absolventen deutscher Hochschulen. 2017 etwa setzten sich die Kurzdoku "Galamsey" von Johannes Preuss (Filmakademie Baden-Württemberg) und der Kurzspielfilm "Watu Wote/All of Us" von Katja Benrath (Hamburg Media School) gegen die internationale Konkurrenz durch.

fok/dpa

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