Modernisierungsstau Studentenwerke fordern 1,6 Milliarden Euro für Sanierung von Mensen

Die jahrelange fehlende Investition in die Hochschulgastronomie ist laut Studentenwerk ein Problem. Die Mensen dürften zudem nicht mit den Kosten der Coronakrise allein gelassen werden.
Studierende bei der Essensausgabe in Essen: Studentenwerke wollen Preise in den Mensen und Cafeterien trotz Einnahmeausfällen wegen Corona nicht erhöhen

Studierende bei der Essensausgabe in Essen: Studentenwerke wollen Preise in den Mensen und Cafeterien trotz Einnahmeausfällen wegen Corona nicht erhöhen

Foto: Ralph Lueger / imago images/Ralph Lueger

Die deutschen Studentenwerke haben 1,6 Milliarden Euro an Zuschüssen von Bund und Ländern für die Sanierung sowie den Um- und Ausbau der Mensen und Cafeterien gefordert. Das Geld werde bis 2026 benötigt, um die Einrichtungen und ihre gesamte soziale Infrastruktur für eine Zeit nach der Pandemie zukunftssicher aufzustellen, teilten die im Deutschen Studentenwerk (DSW) zusammengeschlossenen 57 Werke am Donnerstag mit. Die verstärkten Investitionen seien zudem notwendig, um digital nachzurüsten.

»Ausbau und Modernisierung der sozialen Infrastruktur der Studierendenwerke wurde über Jahre hinweg vernachlässigt«, erklärte DSW-Präsident Rolf-Dieter Postlep. Gerade in der Hochschulgastronomie gebe es »einen Modernisierungs-, Sanierungs- und Digitalisierungsstau«.

Die Studierendenwerke machten in diesem Zusammenhang auch auf die pandemiebedingt schwierige finanzielle Situation der Hochschulgastronomie aufmerksam. Deren Umsätze seien »dramatisch« eingebrochen und eine Erholung auf mittlere Sicht keineswegs sicher.

Bafög, bauen, beraten

»Die Studierendenwerke dürfen nicht mit den Kosten der Krise allein gelassen werden«, teilte Postlep mit. Denn sie wollten keine höheren Preise in den Mensen, Cafeterien und Wohnheimen – und auch keine höheren Semesterbeiträge für Studierende.

Die Werke forderten zudem, die im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung angekündigte Bafög-Reform rasch umzusetzen. Dabei sollten unter anderem Elternfreibeträge und Bedarfssätze überproportional erhöht sowie die Förderungshöchstdauer um zwei Semester über die Regelstudienzeit hinaus verlängert werden.

Die 2,9 Millionen Studierenden in Deutschland bräuchten in und nach der Coronapandemie ein Unterstützungspaket, so Postlep, das sich neben der Bafög-Reform auf bezahlbaren Wohnraum und psychosoziale Beratung konzentriere, um die psychischen Folgen der Pandemie abzumildern.

sun/AFP