Studienfinanzierung Drei Viertel der Studierenden haben Nebenjobs - normalerweise

Kaum ein Studium ohne Job: Drei von vier Studierenden müssen neben ihren Vorlesungen und Seminaren auch noch ein bezahltes Arbeitsverhältnis in ihrem Alltag unterbringen. Ein Arbeitgeber ist dabei besonders häufig vertreten.
Fällt vielen als Erstes beim Thema Jobben im Studium ein, betrifft aber nur rund jeden zehnten Studierenden mit Job: das Kellnern (Archivbild)

Fällt vielen als Erstes beim Thema Jobben im Studium ein, betrifft aber nur rund jeden zehnten Studierenden mit Job: das Kellnern (Archivbild)

Foto: Hinterhaus Productions / Getty Images

Kneipe, Laden, Uni: Fast drei Viertel der Studierenden gehen neben ihrem Studium einem bezahlten Job nach. Das geht aus einer am Montag veröffentlichten repräsentativen Umfrage zur Studienfinanzierung hervor. Auftraggeber der Umfrage war die Minijob-Zentrale in Bochum.

Ein Arbeitgeber wurde von den Befragten dabei besonders häufig genannt: Nahezu ein Drittel der Studierenden mit Nebentätigkeit arbeitet demnach als wissenschaftliche Hilfskraft oder als Doktorandin oder Doktorand an der Universität. Mehr als ein Viertel geht einer Bürotätigkeit nach, 13 Prozent geben Nachhilfeunterricht, zwölf Prozent jobben im Einzelhandel und elf Prozent in der Gastronomie. Wer keinen Nebenjob hat, wird meist von der Familie finanziell unterstützt.

Studierende beantragen eine Milliarde Euro Corona-Kredite

Die Daten stützen die Ergebnisse, auf die auch das Deutsche Studentenwerk in seinen Sozialerhebungen  immer wieder hinweist. Mit dem Wegbrechen vieler Jobs durch die Coronakrise waren zahlreiche Studierende in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Die Bundesregierung hatte mit zeitweise vergünstigten Studienkrediten und einem Nothilfefonds auf die Notlage reagiert, die Maßnahmen waren aber zum Teil scharf kritisiert worden. Bis Ende September hatten Studentinnen und Studenten nach Angaben des Bildungsministeriums knapp eine Milliarde Euro an Krediten beantragt.

Die Umfrage

Die Untersuchung wurde vom Meinungsforschungsinstitut Forsa durchgeführt. Auftraggeber war die Minijob-Zentrale in Bochum. Die Minijob-Zentrale ist die zentrale Einzugs- und Meldestelle für alle geringfügigen Beschäftigungen in Deutschland und gehört dem Verbund der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See an.

In der aktuellen Studie gibt es ein auffälliges Teilergebnis: Bei der Auswahl der studentischen Nebenjobs ist eine überdurchschnittlich gute Bezahlung bei Weitem nicht das wichtigste Kriterium der Studentinnen und Studenten. Deutlich mehr Wert legen sie demnach auf ein vertrauensvolles Verhältnis zum Arbeitgeber, große zeitliche Flexibilität, Anerkennung im Job und abwechslungsreiche Aufgabengebiete.

him/dpa
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