Mit Videobotschaft von Selenskyj Ukrainische Kinder starten in ein neues Schuljahr – trotz Krieg

Für die Kinder beginnt nach den Sommerferien wieder der Unterricht. Aber nur rund ein Viertel der Schulen bietet regulären Präsenzunterricht an – denn dafür muss eine bestimmte Bedingung erfüllt sein.
Ukrainische Schulkinder lernen in einem Luftschutzkeller, wie sie sich während eines Sirenenalarms zu verhalten haben

Ukrainische Schulkinder lernen in einem Luftschutzkeller, wie sie sich während eines Sirenenalarms zu verhalten haben

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Dominika Zarzycka / dpa

Mitten im russischen Angriffskrieg hat in der Ukraine für mehrere Hunderttausend Schülerinnen und Schüler ein neues Schuljahr begonnen. »Heute ist der 1. September – Euer Tag, ein wichtiger Tag für uns alle, der Tag des Wissens«, mit diesen Worten wandte sich Präsident Wolodymyr Selenskyj am Donnerstag in einer Videobotschaft an die Kinder und Jugendlichen im Land.

Der diesjährige Schulanfang unterscheide sich wegen des Kriegszustands von den vorhergehenden. »Die einen sind weit weg von zu Hause – in anderen Regionen der Ukraine, andere in anderen Ländern«, sagte der Präsident.

Der Präsenzunterricht in der Ukraine wird aktuell nur unter einer bestimmten Bedingung gestattet: Es muss ein Luftschutzkeller vorhanden sein. Diese Vorgabe hatte das Bildungsministerium aufgrund der laufenden russischen Invasion, die Ende Februar begonnen hatte, gemacht.

Nur rund ein Viertel der Schulen nahm regulär den Unterricht auf

In den ukrainisch kontrollierten Gebieten haben nach Ministeriumsangaben von 12.906 Schulen demnach nur etwa 27 Prozent den Unterricht wieder regulär aufgenommen. Weitere knapp 42 Prozent unterrichten nur per Internet, die übrigen in einer Mischform.

In den frontnahen ost- und südukrainischen Gebieten Charkiw, Donezk, Dnipropetrowsk, Saporischschja und Mykolajiw wurde größtenteils auf Online-Unterricht umgestellt. 272 Bildungseinrichtungen seien seit Februar komplett zerstört und 2164 beschädigt worden.

Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums werden in den von Russland besetzten Gebieten mehr als 326.000 Schülerinnen und Schüler in mehr als 1400 Schulen unterrichtet. Laut Medienberichten wurde auf Russisch als Unterrichtssprache und russische Lehrpläne umgestellt.

In der Ukraine und anderen Ex-Sowjetrepubliken beginnen Schulen und Universitäten traditionell am 1. September ein neues Schuljahr beziehungsweise Semester.

fok/dpa
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