Bildungsministerin Stark-Watzinger Aus der Ukraine geflüchtete Lehrkräfte sollen an deutschen Schulen helfen

Zehntausende Kriegsflüchtlinge haben es von der Ukraine bis nach Deutschland geschafft, darunter viele Frauen und Kinder. Bildungsministerin Stark-Watzinger will nun eine schnelle Lösung für Schul- und Kitaangebote finden.
Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger: Ausreichend Kita- und Schulplätze benötigt

Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger: Ausreichend Kita- und Schulplätze benötigt

Foto: Frederic Kern / imago images/Future Image

Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger möchte vor dem Krieg geflüchtete Lehrerinnen und Lehrer aus der Ukraine an Schulen und Kitas in Deutschland arbeiten lassen.

Russlands Präsident Wladimir Putin zwinge Frauen und Kinder auf die Flucht, sie würden nun auch verstärkt in Deutschland ankommen, sagte die FDP-Politikerin den Zeitungen der Funke-Mediengruppe . Für geflüchtete Kinder und Jugendliche würden ausreichend Kita- und Schulplätze benötigt. Es brauche eine schnelle Lösung. »Dabei werden sicher auch geflüchtete ukrainische Lehrkräfte helfen wollen und können«, so Stark-Watzinger. Darüber wolle sie auch bei der anstehenden Kultusministerkonferenz sprechen.

An diesem Donnerstag kommen die Kultusminister der Länder in Lübeck zusammen. Wie die schleswig-holsteinische Ressortchefin Karin Prien (CDU) angekündigt hatte, soll es darum gehen, geflüchteten Kindern schnell ein schulisches Angebot zu machen. Vor dem Beginn der Konferenz treffen sich die Kultusminister zum Gespräch mit der ukrainischen Generalkonsulin Iryna Tybinka.

Gewerkschaften verlangen mehr Geld

Angesichts der Herausforderung verlangen mehrere Bildungsgewerkschaften mehr Geld für Schulen. Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, forderte, dass mehr Lehrpersonal eingestellt wird. »Ich kann mir vorstellen, dass man hierfür auch verstärkt Lehramtsstudenten und pensionierte Lehrkräfte gewinnen kann, weil es da eine enorme Hilfsbereitschaft in der Gesellschaft gibt. Aber dafür muss der Staat auch zusätzliche Ressourcen bereitstellen«, sagte er den Funke-Zeitungen. Schon jetzt gebe es einen massiven Lehrermangel.

Der Vorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann, sagte, dass das Schulpersonal in der Regel nicht für Trauma-Arbeit ausgebildet sei. »Um den speziellen Bedürfnissen dieser Kinder in der jetzigen Situation bestmöglich begegnen zu können, braucht es multiprofessionelle Teams«, sagte Beckmann dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Sensibilisierung gefordert

Die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Maike Finnern, erklärte: »Die Lehrkräfte und die pädagogischen Fachkräfte müssen für das Thema ›Krieg, Flucht und Traumata‹ sensibilisiert werden, dafür benötigen sie Fort- und Weiterbildungsangebote.«

Seit Beginn der russischen Invasion in die Ukraine sind nach Angaben des Uno-Flüchtlingshilfswerks UNHCR schon mehr als 2,1 Millionen Menschen geflohen. In Deutschland wurden inzwischen mehr als 80.000 Kriegsflüchtlinge von der Bundespolizei festgestellt. Da an den EU-Binnengrenzen keine Grenzkontrollen stattfinden, könnte die Zahl aber schon wesentlich höher sein.

ptz/dpa
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