Texas US-Schüler ziehen vor Gericht – weil lange Haare verboten sind

Weil sie ihre Haare im Unterricht kurz tragen sollen, verklagen sieben Schüler in Texas einen Schulbezirk. Sie sehen sich aufgrund ihres Geschlechts diskriminiert.
Sitz des Schulbezirks »Magnolia«

Sitz des Schulbezirks »Magnolia«

Foto: Google Street View

Lange Haare? Geht gar nicht. Zumindest, wenn man ein Junge ist und im Schulbezirk »Magnolia« in Texas zur Schule geht. Gegen diese Regel wehren sich nun sieben Schüler vor Gericht, unterstützt von der Bürgerrechtsorganisation ACLU. So berichten es verschiedene Zeitungen wie die »Texas Tribune«  und die »Washington Post«.

Unter den Klägern sind sechs Jungen im Alter zwischen 7 und 17 Jahren und ein elfjähriges Kind, das sich keinem Geschlecht zuordnen lassen will.

Das Verbot, das nur für Jungen gilt, beruhe auf Geschlechts-Stereotypen und verstoße gegen die Verfassung, argumentieren die Schüler. Der Schulbezirk mit rund 13.000 Schülerinnen und Schülern liegt etwa 60 Kilometer von Houston entfernt.

Haare dürfen nicht übers Ohr reichen

Im Handbuch des Bezirks steht, dass die Haare bei Jungen nicht übers Ohr reichen und nicht in die Augen hängen dürfen. Auch ein Hochbinden der Haare sei nicht erlaubt.

Einige der Kläger sollen mehrere Tage und zum Teil sogar wochenlang vom Unterricht suspendiert worden sein, weil sie sich die Haare nicht schneiden lassen wollten. Drei Schüler hätten sich als Folge inzwischen aus dem Bezirk abgemeldet.

Dem Prozess geht ein monatelanger Streit zwischen Schülern, Eltern und Schulleitungen voraus. Ein Anwalt der ACLU sagt, man habe den Schulbezirk mehrfach gewarnt, dass den Schülern durch das Verbot, die Haare lang zu tragen, das Recht auf diskriminierungsfreie Bildung verwehrt werde.

Eine Sprecherin des Bezirks verteidigt in der »Washington Post«  die Richtlinie. Die Hälfte der Schulbezirke in Texas habe ähnliche Vorgaben und unterscheide dabei ebenfalls zwischen Mädchen und Jungen. Der Schulbezirk wolle aber prüfen, ob künftig Ausnahmeanträge aufgrund von religiöser Praxis oder Geschlechtsidentität möglich seien.

kfr
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